Berlin. Mehr als 600.000 Menschen haben die gemeinsame Bundestagspetition des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes (HÄV) und des Verbandes medizinischer Fachberufe (vmf) zur Stärkung der hausärztlichen Versorgung unterzeichnet. Das haben die Verbände am Donnerstag (13. März) bekanntgegeben, nachdem die Unterschriftenlisten am Vortag symbolträchtig in Umzugskartons an Martina Stamm-Fibich, die Vorsitzende des Petitionsausschusses, übergeben worden waren. Es handelt sich somit um die größte Bundestagspetition der vergangenen Jahre.
Das notwendige Quorum von 30.000 Unterschriften, welches zu einer Anhörung im Petitionsausschuss berechtigt, ist damit um ein Vielfaches überschritten worden. Die Anhörung, in der die Macher der Petition ihre Forderungen vortragen werden, ist für die kommenden Monate geplant. Ein Termin steht noch nicht fest.
“Alle Erwartungen übertroffen”
„Dieses sensationelle Ergebnis übertrifft alle Erwartungen. Dass in nicht einmal sechs Wochen über 600.000 Bürgerinnen und Bürger unsere gemeinsame Petition unterschrieben haben, muss die Politik aufschrecken“, erklärt die Co-Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Prof. Nicola Buhlinger-Göpfarth.
„Das Signal der Patientinnen und Patienten ist glasklar: Sie erwarten von der nächsten Bundesregierung, dass sie die Stärkung der hausärztlichen Praxen zu einer Priorität macht. In den nun beginnenden Koalitionsverhandlungen muss das Thema oben auf die Agenda.“
Hausarztpraxen haben mobilisiert
Bürgerinnen und Bürger konnten die Petition bis 17. Februar 2025 unterzeichnen. Hausärztinnen und Hausärzte hatten flächendeckend, unter anderem mit Plakaten in ihren Praxen, auf die Aktion aufmerksam gemacht und Patientinnen und Patienten für die dramatische Lage der Hausarztpraxen sensibilisiert.
„Für viele Menschen ist der Hausärztemangel eines der drängendsten politischen Herausforderungen in ihrem alltäglichen Leben“, unterstreicht Co-Bundesvorsitzender Dr. Markus Beier.
Zwei wichtige Forderungen an die Regierung
Die Bundestagspetition enthält daher drei zentrale Forderungen:
- die Entbudgetierung hausärztlicher Leistungen, die die letzte Bundesregierung kurz vor der Wahl bereits verabschiedet hat,
- die Stärkung der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) sowie
- die Förderung der Praxisteams in Form eines Teampraxis-Zuschlags.
„Mit der Entbudgetierung der hausärztlichen Leistungen ist die letzte Bundesregierung bereits einen ersten Schritt in die richtige Richtung gegangen und hat damit eine unserer Forderungen erfüllt. Es ist jedoch offensichtlich, dass das allein nicht ausreichen wird, um die zum Teil dramatische Versorgungssituation zu stabilisieren“, betont Beier.
Praxisteams als Kern der Versorgung
„Gesundheitsversorgung wird in der Zukunft nur im Team funktionieren“, bringt es Hannelore König, Präsidentin des Verbandes medizinischer Fachberufe, auf den Punkt. Die hausärztlichen Praxisteams hätten gezeigt, dass sie ihre Patientinnen und Patienten mobilisieren können.
„Jetzt ist es wichtig, dass auch die Politik versteht, wie sie die wichtige Arbeit der Teampraxen fördern und die ambulante Versorgung stärken kann.“