Berlin. Die Zahl der Ärztinnen und Ärzte in den Praxen nimmt weiter zu, der Trend zur Teilzeitarbeit aber auch. Ende vergangenen Jahres waren 189.551 Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit Zulassung zur Versorgung gesetzlich Versicherter tätig – 2.110 mehr als Ende 2023. Das geht aus der am Donnerstag (20. März) veröffentlichten Arztzahlstatistik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervor.
Der Teilzeitanteil im Schnitt aller Fachgruppen stieg zugleich von 35,8 Prozent auf 37,9 Prozent. KBV-Chef Andreas Gassen sagte dazu: “Noch ist Deutschland Praxenland.” Doch klar sei auch: “Die Ressource Arztpraxis ist kein Selbstläufer, und die Ressource Arztzeit bleibt ein knappes Gut.”
Immer mehr junge Medizinerinnen und Mediziner entschieden sich für eine Anstellung statt einer eigenen Praxis oder für Arbeit in Teilzeit. Dabei gehe es vor allem um die Rahmenbedingungen. “Die nächste Bundesregierung wird sich daran messen lassen müssen, inwiefern sie die inhabergeführte Praxis wieder attraktiver macht”, sagte Gassen.
Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband hatte dafür gemeinsam mit dem Verband medizinischer Fachberufe (vmf) eine Petition zur Stärkung der hausärztlichen Versorgung ins Leben gerufen, die der neuen Regierung klare Kernforderungen mit auf den Weg gibt. Mehr als 600.000 Unterschriften hat die Petition erhalten und gilt damit als klares Votum an die neue Regierung.
Regionale Unterschiede beim Ärztenetz
Beim Versorgungsangebot vor Ort gibt es weiterhin regionale Unterschiede. Am dichtesten ist das Netz in Heidelberg mit 413,5 Ärzten und Psychotherapeuten je 100.000 Einwohner, wie aus den Daten des Bundesarztregisters mit Stichtag 31. Dezember 2024 hervorgeht. Am wenigsten niedergelassene Medizinerinnen und Mediziner in diesem Verhältnis gibt es mit 88,4 im Landkreis Coburg in Bayern.
Auf Länderebene liegt Hamburg mit 310,3 an der Spitze, Schlusslicht ist Brandenburg mit 201,3 Ärzten und Psychotherapeuten je 100.000 Einwohner. Das Durchschnittsalter der Ärztinnen und Ärzte blieb stabil bei 54,5 Jahren.
In einigen Bereichen zeichnen sich jedoch größere Ruhestandswellen ab. Hausärzte sind im bundesweiten Schnitt 55,1 Jahre alt – in Rheinland-Pfalz ist der Anteil der Über-65-Jährigen mit 21,3 Prozent am höchsten. Dagegen sind in Mecklenburg-Vorpommern nur 8,3 Prozent der Hausärzte älter als 65.
Quelle: dpa/red