Berlin. Frühestens Anfang April wird die ePA in allen Praxen bundesweit ankommen. Davon geht das Bundesgesundheitsministerium in einem Schreiben an die Gesellschafter der Gematik aus, das am Dienstag (11.2.) bekannt wurde. Obwohl alle vollen Einsatz zeigten, brauche die Einführung und Stabilisierung mehr Zeit, heißt es. Ein Rollout sei frühestens Anfang des zweiten Quartals möglich.
Vor dem bundesweiten Start müsse laut Ministerium gewährleistet sein, dass der Einsatz in den Testregionen funktioniere und dass die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen etabliert seien. Hierzu stimmen sich Gematik und Ministerium bereits in den letzten Wochen mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ab.
Auch Medikationsprozess und Volltextsuche verschoben
Ebenso von der Verschiebung betroffen sind weitere Funktionen, die eigentlich bereits im Juli 2025 geplant waren. So soll der digitale Medikationsprozess, der die rudimentäre Medikationsliste um einige Funktionen erweitern soll, erst im März 2026 in der ePA verfügbar sein. Gleiches gilt für die Volltext- und Metadatensuche, die Nutzung der Daten zu Forschungszwecken sowie den Nachweis des Behandlungskontextes via „Proof of Patient Presence“ (PoPP, also vereinfacht gesagt dem Versichertennachweis auf physischem und mobilem Weg).
Mit einem Update im Juli diesen Jahres soll die ePA stabilisiert werden und der TI-Messenger integriert werden, heißt es.
Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass die Praxisverwaltungssysteme und die ePA erst gut kompatibel sein müssen, bevor die Anwendung in die Fläche kommt. Nur ein störungsfreier Prozess ermögliche es, die ePA sinnvoll in den Praxisablauf einzubinden. Wenn die Funktionalität gegeben sei, sei die flächendeckende Einführung aber sinnvoll und überfällig.