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Aktuelle UmfrageBevölkerung erteilt GKV-Spargesetz klare Absage

Mit dem GKV-Spargesetz sehen sich die Hausärztinnen und Hausärzte mit der "größten politischen Bedrohung der letzten zwei Jahrzehnte" konfrontiert. Die Hausärztinnen- und Hausärzteverbände starten Protestaktionen - und erhalten Rückendeckung ausvder Bevölkerung: Mit überraschend eindeutigen Umfrageergebnissen stemmen sich die Versicherten gegen die geplanten Einsparungen.

5.000 Menschen wurden für die aktuelle Umfrage online befragt (Symbolbild).

Berlin. Einsparungen in der hausärztlichen Versorgung lehnt die Bevölkerung deutlich ab. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey unter 5.000 Bürgerinnen und Bürgern hervor, die der Hausärztinnen- und Hausärzteverband (HÄV) vor dem Hintergrund des geplanten GKV-Spargesetzes in Auftrag gegeben hat.

Demnach halten es knapp 96 Prozent der Befragten für wichtig, dass die hausärztliche Versorgung trotz der vorgesehenen Sparmaßnahmen gesichert bleibt. Zugleich rechnen 77 Prozent mit negativen Folgen für die Versorgung durch die geplanten Einsparungen. Jeweils rund 60 Prozent erwarten längere Wartezeiten sowie weniger Zeit der Praxen für einzelne Patientinnen und Patienten.

Nur ein Prozent der Befragten sieht laut der am Mittwoch (3. Juni) veröffentlichten Umfrage in der hausärztlichen Versorgung ein mögliches Feld für Einsparungen zur Stabilisierung der GKV-Beiträge (Abb.). Deutlich häufiger nannten die Teilnehmenden die Pharmaindustrie (57,3 Prozent) und die Krankenkassen (43 Prozent, maximal drei Mehrfachantworten waren möglich).

„Aus unserer langjährigen Erfahrung wissen wir, dass die Patientinnen und Patienten hinter ihren hausärztlichen Praxen stehen. Dennoch haben die sehr eindeutigen Umfrageergebnisse selbst uns überrascht”, kommentierte Prof. Nicola Buhlinger-Göpfarth, Co-Bundesvorsitzende des HÄV, bei der Vorstellung der Daten in Berlin. Die Bundesregierung sollte nicht unterschätzen, wie wichtig den Menschen ihre hausärztliche Versorgung ist, warnte Co-Bundesvorsitzender Dr. Markus Blumenthal-Beier. “Sie sehen jeden Tag, wie unsere Praxen kämpfen, um die Versorgung aufrechtzuerhalten. Das sollte auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken nicht ignorieren und dieses Gesetz anpassen.“

Für die Erhebung befragte Civey vom 22. bis 25. Mai 2026 online 5.000 Personen ab 18 Jahren.

Warnschuss für die Bundesregierung?

Der HÄV wertet die Ergebnisse als klares Signal gegen die im Gesetzentwurf vorgesehenen Kürzungen. Vor allem die vorgesehene Versorgungsbremse für die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) sowie die teilweise Rückabwicklung der Entbudgetierung werden vom Verband scharf kritisiert.

Angesichts der Umfrageergebnisse „sollte sich die Bundesregierung noch einmal genau überlegen, ob die Lastenverteilung bei den Einsparungen gerecht und im Sinne der Bevölkerung ist“, unterstrichen Buhlinger-Göpfarth und Blumenthal-Beier.

Protestaktion: 50.000 Praxen werden angeschrieben

Parallel hat der HÄV gemeinsam mit seinen Landesverbänden eine bundesweite Protestkampagne gegen das GKV-Spargesetz gestartet. Die zentrale Maßnahme ist eine E-Mail-Aktion, über welche sich Patientinnen und Patienten direkt an ihre Bundestagsabgeordneten wenden können. Hierfür werden aktuell sämtliche, knapp 50.000 hausärztliche Praxen in Deutschland proaktiv mit entsprechendem Material ausgestattet.

„Dieses GKV-Spargesetz ist die größte politische Bedrohung für die hausärztliche Versorgung der letzten zwei Jahrzehnte. Die angedachten Kürzungen sind vollkommen plan- und wahllos”, so Buhlinger-Göpfarth. “Die konkreten Folgen werden sein: weniger Praxen, schlechtere Versorgung und längere Wartezeiten.” Die Protestaktion solle den Bundestagsabgeordneten die Folgen dieses “Kahlschlags” vor Augen führen.

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