Bad Orb. “Die Fixkostendegression ist weg. Das ist ein guter Tag für die Hausärztinnen und Hausärzte und die HZV!”, freute sich Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth, Co-Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes zu Beginn des berufspolitischen Oktoberfestes im Rahmen der Practica in Bad Orb.
Den Erfolg möglich gemacht hätten auch die Praxen, die 450.000 Mails an die Abgeordneten geschrieben hätten, die gehört worden seien, so Buhlinger-Göpfarth. Damit hätten die Hausärztinnen und Hausärzte gezeigt, dass sie zusammenstünden und sie auch die Patientinnen und Patienten an ihrer Seite hätten.
Dispensierrecht im aufsuchenden Notdienst
Und ganz nebenbei, sei das Dispensierrecht im aufsuchenden Notdienst für die Hausarztpraxen im Rahmen der Notfallreform geholt worden.
Ausruhen auf diesem Erfolg werde sich der Verband aber nicht, nun stehe mit der Umsetzung der Primärversorgung das nächste Vorhaben ins Haus, erklärte Buhlinger-Göpfarth weiter. Das Gesetz würde der Verband genau unter die Lupe nehmen.
Voraussetzung sei eine verbindliche hausärztliche Steuerung der Versorgung und “nicht zehhn andere, die glauben, das auch tun zu können”, erklärte Prof. Dr. Eva Hummers, Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM).
Zudem brauche es mehr Teamarbeit in den Praxen, eine stärkere Delegation von Aufgaben an qualifizierte Gesundheitsberufe sowie Vergütungsmodelle, die nicht allein die Menge, sondern die tatsächliche Versorgungsleistung honorieren, so Hummers weiter.
Lösungen sind da
Die Konzepte habe der Verband etwa mit HÄPPI bereits vorlegt. Mit modernen Versorgungskonzepten, konsequenter Delegation und Digitalisierung könnten zusätzliche Aufgaben geschultert werden. Allerdings sei eine ausreichende Finanzierung wichtig, betonte Buhlinger-Göpfarth.
Weitere Themen des Abends waren der der Fachkräftemangel, die Weiterbildung des hausärztlichen Nachwuchses, Bürokratieabbau, die Digitalisierung sowie die Zukunft der HZV.
Trotz vieler offener Fragen und Sorgen einiger Hausärztinnen und Hausärzte aus dem Publikum überwog in Bad Orb der Optimismus. Nach dem Erfolg bei der Fixkostendegression sehen sich die Hausärztinnen und Hausärzte gut aufgestellt und blicken nun auf das geplante Primärversorgungssystem.
