Ein 30-Jähriger Mann synkopiert an einem S-Bahnhof (Symbolbild).
EKG-Befund
Es besteht ein normofrequenter Sinusrhythmus und ein Linkslagetyp. PQ-Zeit, QRS-Dauer und QTc-Zeit sind normal. In aVL finden sich negative T-Wellen. Diese sind auch konkordant zu den QRS-Komplexen mit negativer Amplitude in den Ableitungen V1 und V2 sichtbar.
Auffällig sind in V1 und V2 die ST-Strecken. Auf den ersten Blick erscheint die Konstellation aufgrund der T-Negativierungen wie ein Rechtsschenkelblock (RSB). Der beim RSB absteigende Schenkel des QRS-Komplexes müsste aber steiler abfallen und dann in eine isoelektrische ST-Strecke übergehen.
Hier handelt es sich um ST-Streckenhebungen, die träge abfallen und direkt in die negative T-Welle übergehen. Diese Morphologie in den Ableitungen V1 oder V2 ist typisch für ein Brugada-Muster Typ 1 (coved type). Die restliche Repolarisation ist unauffällig.
Weiterlesen
Serie "EKG in der Hausarztpraxis"
Was tun bei rezidivierenden Synkopen?
Serie "EKG in der Hausarztpraxis"
Was tun bei plötzlichem Leistungsknick?
Serie "EKG in der Hausarztpraxis"
Was steckt hinter stärksten Thoraxschmerzen?
Serie "EKG in der Hausarztpraxis"
Wenn Medikamente nicht reichen
Serie "EKG in der Hausarztpraxis"
Schwindel und Angina pectoris
Serie "EKG in der Hausarztpraxis"
Atypische Angina pectoris
Serie "EKG in der Hausarztpraxis"
Was steckt hinter einem “Holiday Heart”?
Serie "EKG in der Hausarztpraxis"
Plötzlicher Herztod bei jungem Mann
Serie "EKG in der Hausarztpraxis"
Anfallsartige Palpitationen
Serie "EKG in der Hausarztpraxis"
Plötzlich Brustschmerzen
Für Hausärztinnen und Hausärzte, Praxismitarbeitende und ÄiW (Allgemeinmedizin und Innere Medizin mit hausärztlichem Schwerpunkt) ist der Zugang immer kostenfrei.
Mitglieder der Landesverbände im Hausärztinnen- und Hausärzteverband profitieren außerdem von zahlreichen Extras.