Zwischen den einzelnen Praxisverwaltungssystemen (PVS) bestehen große Unterschiede, was die Häufigkeit von Fehlermeldungen angeht – und Systeme mit höherer Fehlerhäufigkeit ziehen längere Bearbeitungszeiten und mehr benötigte Klicks nach sich, was direkten Einfluss auf die Arbeit von Praxisteams hat. Das zeigen aktuelle Untersuchungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi), die damit eine häufig vorgetragene hausärztliche Kritik untermauern.
Die Anfang Februar veröffentlichte Zi-Analyse knüpft nahtlos an eine umfangreiche Bewertung der einzelnen PVS vom Dezember 2024 an. Ergänzt wurde das Ranking nun unter anderem um eine Auswertung der berichteten Fehlerhäufigkeiten für 17 wesentliche Prozesse im Praxisalltag.
Demnach treten Fehler bei Online-Terminvergabe (0-10%), Kalenderfunktion (1,2-15%) sowie Kodierung (0-19%) besonders selten auf. Die “Top 3” der häufigsten Fehler hingegen sind Signaturvorgang (3,1-72,2%), Konnektorverbindung (29,2-73,3%) sowie das Update des PVS (15-84,8%).
Die Daten stammen aus einer Befragung von über 10.200 Ärztinnen und Ärzten sowie deren Praxispersonal, kombiniert mit objektiven Performance-Messungen aus Nordrhein.
“Besonders aufschlussreich” sind laut Zi die neusten Erkenntnisse zur Wechselbereitschaft und den Erfahrungen von Praxen, die ihr PVS in jüngerer Zeit umgestellt haben: Zwar berichteten 86 Prozent der Befragten, die ein neues System eingeführt haben, von signifikanten Verbesserungen im Arbeitsalltag. Aber: Ein Wechsel mache nur dann glücklicher, wenn zu einem der insgesamt als positiv bewerteten PVS gewechselt werde.