Das Beckenbodentraining für Schwangere soll als Heilmittel zur Prävention von Harninkontinenz bewertet werden. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) nach hitziger Diskussion in seiner Sitzung Ende Februar beschlossen.
Das Training, das aktuell flächendeckend in Geburtsvorbereitungskursen durch Hebammen ohne Zuzahlung absolviert wird, könnte nach entsprechender Bewertung dann in Zukunft durch Gynäkologen verordnet und durch Physiotherapeuten mit Zuzahlung erbracht werden.
Angeregt hatte die Bewertung die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Im G-BA hatte der Vorstoß für Ärger gesorgt, unter anderem die Vertretung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hatte sich deutlich dagegen ausgesprochen. Unter anderem wurde eine Verkomplizierung der Versorgung befürchtet.
Prof. Josef Hecken als unparteiischer Vorsitzender erinnerte schließlich an das grundsätzliche Recht, eine solche Bewertung anzustoßen, und stimmte final für eine solche Beratung.
Nun wird das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen beauftragt, der Bericht wird für März 2026 erwartet. Käme es zu einer Anpassung von Mutterschafts- und Heilmittel-Richtlinie, so wäre dies frühestens im Februar 2027 der Fall.