Hiermit loggen Sie sich bei DocCheck aus.
Abbrechen

"Rauchende Köpfe"Windows in der Praxis: Das Ende ist nah

Ein Wechsel der Praxisverwaltungssoftware ist teuer. Doch auch die recht banale Umstellung einer Windows-Version kann Geld und Nerven kosten. Im ersten Teil der IT-Serie geben die Rauchenden Köpfe und IT-Experte Daniel Köhler Tipps, damit Sie nicht in allzu saure Zitronen oder zu verlockende Äpfel beißen müssen. Und sie verraten, warum Sie sich jetzt mit Windows beschäftigen sollten.

Windows in der Praxis: Windows 10 erhält zum 14. Oktober 2025 keinen regulären Support und somit keine Updates mehr.

2025 ist wieder eines der Jahre, die für die Betreiber einer Praxis leider teuer werden können. Denn Microsoft Windows als gängigstes Betriebssystem in den Praxen erfährt einen Generationswechsel.

Wichtig: Windows 10 erhält zum 14. Oktober 2025 keinen regulären Support und somit keine Updates mehr. Zwar lässt sich das Betriebssystem danach noch immer einsetzen, doch ist das mangels neuer Aktualisierungen alles andere als sicher, wenn eine Verbindung mit dem Internet besteht.

Tipp: Eine Übersicht, wann Microsoft den Support für verschiedene Produkte beendet, finden Sie im Kasten unten.

Anfangs drücken PVS-Anbieter und Systembetreuung für eine kurze Übergangszeit vielleicht nochmal ein Auge zu, aber mittelfristig muss Windows 10 raus aus der Praxis. Ob rechtzeitig eine Windows-12-Version auf den Markt kommt und Sie Version 11 “überspringen” können oder ob Microsoft bei seiner Strategie bleibt, dass Windows 11 die letzte Windows-Version ist, war zuletzt nicht absehbar.

Der Oktober steht schnell vor der Tür und auch IT-Dienstleister werden bis Herbst gut ausgelastet sein, daher packen Sie am besten jetzt das Thema an. Damit Ihnen Dienstleister nur das installieren, was Sie wirklich brauchen, sollten Sie Ihrerseits den Wechsel vorbereiten:

Bestand analysieren

Als erstes machen Sie dazu eine Bestandsanalyse, hierfür haben Ihnen die Rauchenden Köpfe eine Schritt-für-Schritt-Anleitung erstellt (s. Kasten): Wie viele Arbeitsplätze haben Sie, und welche Windows-Version läuft darauf? Klicken Sie dafür ins Startmenü und geben “winver” ins Suchfeld ein (Screenshot unten). Sind alle Clients, also die Rechner, an denen Sie im Sprechzimmer sitzen, bei Windows 11, ist erst mal alles gut. Wenn nicht, kommt leider Arbeit auf Sie zu.

Steht dort Windows 10? Nicht schlimm: Vielleicht kann die Hardware bleiben, und diese muss nur in kleinem Umfang angepasst werden. Manchmal sind alle Komponenten nämlich tauglich und nur die BIOS/UEFI-Einstellungen sind anzupassen (also die Einstellungen, die die Kommunikation von Betriebssystem und angeschlossener Hardware steuern). Das kann zum Beispiel sein, wenn jemand die “Upgrade auf Windows 11”-Funktion in den Update-Einstellungen deaktiviert hat.

Tipp: In der Praxishilfe “Windows-Upgrade-Test” (s. Kasten links) finden Sie Tipps und Tricks, wie Sie mit dem Microsoft-eigenen “PC Health Check” oder mit dem eleganteren Drittanbieter-Tool “WhyNotWin11” (OpenSource/kostenfrei) Ihren PC prüfen können. Letzteres bietet sogar Hilfe-Videos für die nächsten Schritte. Fortgeschrittene können anhand der Liste auch die Anforderungen manuell kontrollieren.

IT kontaktieren

Spätestens nach dieser Bestandsanalyse sollten Sie Ihren IT-Dienstleister kontaktieren. Formulieren Sie Ihre Anfrage möglichst konkret, basierend auf Ihrer Analyse, etwa: “Ich habe vier Windows 11 taugliche Clients, die auf Windows 11 aktualisiert werden müssen. Zudem brauche ich zwei Clients, die komplett für Windows 11 getauscht werden müssen. Bitte schicken Sie mir dafür ein Angebot.”

Die Reaktionen der Anbieter fallen hierauf sehr unterschiedlich aus. Während manche einfach das gewünschte Angebot erstellen, bieten andere beispielsweise zusätzlich einen Servertausch an: “Die fünf Jahre alten Clients müssen Sie nicht upgraden, sondern auswechseln und den Server sicherheitshalber auch.”

Server tauschen oder nicht?

Als Argument für einen neuen Server wird oft das Ende des Mainstream Supports angeführt. Häufig ist das aber kein Problem, da Sie danach den sogenannten “erweiterten Support” erhalten: Dieser beinhaltet Sicherheitsupdates und Hotfixes (Fehlerbehebung) für Sicherheitsprobleme. Merken Sie im Alltag keine Performance-Probleme, kann der Server in der Regel weiter betrieben werden.

Tipp: Ist die Performance nicht zufriedenstellend, ist meist der Arbeitsspeicher das Nadelöhr. Dieser kann meist schnell und mit überschaubarem Aufwand nachgerüstet werden.

Erst wenn der erweiterte Support ausläuft, gibt es für das Produkt gar keine Updates mehr, vor allem nicht für Sicherheitsprobleme. Bei Windows-Servern Version 2016 ist das ab 12. Januar 2027 der Fall, bei Windows-Servern Version 2019 erst in 2029.

Sollten Sie sich dennoch, etwa aufgrund von gestiegenen Leistungsanforderungen durch TI-Anwendungen, zu einem Upgrade des Servers entscheiden, ist es ratsam, direkt auf die seit November 2024 verfügbare Version Windows-Server 2025 umzustellen! Lassen Sie sich von Argumenten wie “damit haben wir noch keine so guten Erfahrungen” nicht abschrecken, die Anwendung muss zeitnah laufen und der Anbieter denkt hier vielleicht eher bereits an ein Folgegeschäft.

Tipp: Wenn Sie den Server tauschen, sind ein adäquater Prozessor mit schnellen Festplatten und ein großzügig dimensionierter Arbeitsspeicher Pflicht (mehr dazu in einem weiteren Teil der IT-Serie).

Fremdhardware nutzen?

Manche IT-Dienstleister bieten Fremdhardware an, etwa einen “jungen Leasing-Rückläufer mit Windows 11 Professional – wir spiegeln das dann rüber”. Dies schont bei Ihnen und der Umwelt Ressourcen, bieten aber nur wenige Dienstleister an.

Wichtig: Die “Spiegelung” kann je nach PVS und weiterer Software auch komplexer sein. Für solche Rückläufer können Dienstleister auch nicht die gleiche Verantwortung übernehmen wie für bei ihnen gekaufte Hardware.

Sollte Ihr Anbieter keine Fremdhardware verwalten, kommen Sie aus diesem Szenario meist nur mit einem neuen Betreuer oder ebenso teurem PVS-Wechsel heraus. Toleranter sollte man sein, wenn für die “Fremdhardware” ein moderater Preiszuschlag zur Installation aufgerufen wird oder es länger dauert. Denn einerseits ist der Verkauf der Hardware, wenn auch margenarm, ein Teil des Geschäfts der IT-Betreuung. Andererseits unterscheiden sich PC voneinander, sodass man die üblichen Eigenheiten bei vertrauten Geräten besser kennt als bei Fremdgeräten und damit schneller arbeiten kann.

Tipp: Vor einem Wechsel sollten Sie auch einrechnen, welche Zusatzprogramme für EKG und Co mit Ihrem PC “verheiratet” sind. Deren Software muss beim PC-Wechsel mitunter teuer neu gekauft werden und ein zusätzlicher Technikereinsatz kann nötig sein.

Leistungscheck vor PVS-Wechsel

Wollen Sie Ihr PVS wechseln, gilt es, dabei die nötige Hardware und weitere Software zu bedenken. Wer preisbewusst handelt oder nicht alsbald erneut upgraden will, sollte recherchieren, welche PC-Leistung überhaupt gebraucht wird.

Tipp: Erfragen Sie bei den PVS-Herstellern die Mindestsystemanforderungen, die empfohlen werden.

Einen PVS-übergreifenden Rat kann man dazu leider kaum geben. Zusammenfassend lässt sich aber sagen: Je optisch schicker die Software, desto leistungsstärker und teurer muss leider häufig die Hardware sein. Für Windows gibt es online eine Übersicht über die Prozessoren unter www.hausarzt.link/qbf8H

Tipp: Ob die Clients für Ihr jetziges PVS oder bei einem PVS-Wechsel ausreichen, können Sie einfach selbst kontrollieren. Klicken Sie dazu rechts auf die Startleiste, öffnen Sie den Task-Manager und klicken Sie auf den Reiter “Leistung”. Hier sehen Sie die Auslastung Ihrer CPU, Ihres Arbeitsspeichers, aber auch, ob Ihre Festplatte oder Ihr Netzwerk am Limit sind (s. Screenshot unten).

Arbeiten Sie dann in Ihrem PVS und starten Sie die notwendigen anderen Programme. Kurze Vollauslastungen sind in Ordnung. Ist aber zum Beispiel der Arbeitsspeicher ständig “voll”, dann ist dieser wahrscheinlich unterdimensioniert und eine Erweiterung ist sinnvoll.

Auf die gleiche Weise können Sie übrigens auch Ihren Server testen. Dabei sollte Ihr Team “normalen” Praxisbetrieb und auch parallele Datenbankabfragen laufen lassen. Darüber hinaus bietet Windows als Alternative den Ressourcenmonitor an, aufzurufen über das Startmenü (Screenshot unten). Er verfügt über mehr Optionen als der Task-Manager.

An EKG und Co denken

Neben dem PVS betreibt jede Praxis weitere Software zum Beispiel für Lungenfunktion, digitales EKG oder die Anbindung des Sonografie-Gerätes. Auch hier sollten Sie in etwa wissen, welche Systemleistung benötigt wird, und bedenken, dass dies parallel zum eigentlichen PVS laufen muss.

Tipp: PC, an denen solche zusätzlichen Geräte angeschlossen sind, sollten Sie besser etwas leistungsstärker dimensionieren.

Gerne wird argumentiert, die alte Programmversion vertrage sich nicht mit dem neuen Windows. Lassen Sie sich hier nicht verunsichern und lassen Sie es sich einmal demonstrieren, bevor Sie teuer Neues anschaffen. Auch ist ein “vom Internet getrennter” Weiterbetrieb mit etwas “Bastelei” möglich.

PC-Größe und Befestigung

Beziehen Sie bei der Neuanschaffung auch ein, welchen Formfaktor – also Größe und Befestigungsmöglichkeiten – die neuen PC haben sollen. Bei den Formfaktoren können Sie aus einer großen Bandbreite wählen: von etwa Doppel-CD-Hülle großen Micro-PC, die man mitunter an die Monitor-Rückseite schrauben kann, bis hin zu großen Mini-PC/Thin Clients, die so groß sind wie ein dickes Buch, gibt es nach oben keine Grenze. Die klassischen “großen Kisten” sind zumindest seitens des Clients heute eher nicht mehr erforderlich.

Tipp: All-In-One-PC mit im Monitor integrierten Rechnern sind zwar oft schick anzusehen, leider aber auch relativ teuer und im Vergleich oft nicht so performant. Bei einem Wechsel ist der “noch gute” Monitor dann auch Elektroschrott. Manche Micro-PC und Thin Clients haben übrigens standardmäßig aktivierte Mikrofone und integriertes WLAN. Beides sollten Sie im BIOS deaktivieren.

Ein zusätzliches Thema sollten Betriebsgeräusch und Ökologie sein. Ein überdimensionierter PC, der ständig an der Nullauslastung kratzt, kann leider eine ziemlich teure Stromheizung mit miserablem CO2-Abdruck sein. Prozessor-Leistungs- und Effizienz-Vergleiche lassen sich zum Beispiel bei www.cpubenchmark.net durchführen.

Wege für Monitoranschluss

Ein kleiner Nebenschauplatz beim Hardware-Wechsel kann der Anschluss von vorhandenen Monitoren sein. Hier gibt es verschiedene Optionen: Das VGA-Kabel hat meist ausgedient – falls nicht, wäre die Umstellung auf einen zeitgerechten Monitor ratsam. DVI- und HDMI-Anschluss sind gängig. Wenn verfügbar, ist DisplayPort die technisch beste Variante.

Überlegen Sie zudem, ob Sie mit den neuen PC an ausgewählten Arbeitsplätzen mehrere Monitore nutzen möchten – selbst wenn Ihr PVS das noch nicht unterstützt. Die gängigen PC sind selbst ohne extra Grafikkarte mittlerweile so leistungsstark, dass zuverlässig mehrere Monitore angeschlossen werden können. Wer so arbeitet, merkt meist schnell, dass die eigene Effizienz und die der Mitarbeitenden steigt.

Achten Sie daneben auch auf die Zahl der USB-Anschlüsse. Hier gilt grundsätzlich: Je mehr und je höher die USB-Generation, desto angenehmer.

Mindestens 4-Kern-Prozessor

Wenn Sie jetzt neue Hardware kaufen, investieren Sie am besten in

  • einen 4-Kern-Prozessor der zehnten Generation oder höher,
  • dazu 8 GB, je nach PVS besser 16 GB Arbeitsspeicher und
  • eine Festplatte ab 200 GB aufwärts: mindestens SSD oder besser PCIe (NVMe).

Damit sind Sie erstmal auf der sicheren Seite. Denn “älter und weniger” läuft je nach PVS (und Windows-11-Kompatibilität) auch, aber die Kostenersparnis ist beim Neukauf von Hardware eher marginal. Hier ist dann der Technikereinsatz beim “Uminstallieren” hingegen teuer. Insgesamt ist bei Neuanschaffung nach oben die finanzielle Grenze leider offen: Gerade bei Servern (die es auch gebraucht gibt) kann man nahezu grenzenlos viel Geld ausgeben.

Wichtig: Es hört sich erst einmal alles kompliziert und teuer an. Dafür gibt es aber gute Dienstleister, die solche IT-Fragen für Sie lösen. Die IT-Serie soll Ihnen helfen, die unseriöseren Anbieter besser zu erkennen und Preise und Leistungen besser vergleichen zu können. In weiteren Beiträgen wird die Serie auch den Wechsel des PVS oder Betriebssystems thematisieren.

E-Mail-Adresse vergessen? Schreiben Sie uns.
Passwort vergessen? Sie können es zurücksetzen.
Nur wenn Sie sich sicher sind.

Sie haben noch kein Passwort?

Gleich registrieren ...

Für Hausärztinnen und Hausärzte, Praxismitarbeitende und ÄiW (Allgemeinmedizin und Innere Medizin mit hausärztlichem Schwerpunkt) ist der Zugang immer kostenfrei.

Mitglieder der Landesverbände im Hausärztinnen- und Hausärzteverband profitieren außerdem von zahlreichen Extras.

Hier erfolgt die Registrierung für das Portal und den Newsletter.


Persönliche Daten

Ihr Beruf

Legitimation

Die Registrierung steht exklusiv ausgewählten Fachkreisen zur Verfügung. Damit Ihr Zugang freigeschaltet werden kann, bitten wir Sie, sich entweder mittels Ihrer EFN zu legitimieren oder einen geeigneten Berufsnachweis hochzuladen.

Einen Berufsnachweis benötigen wir zur Prüfung, wenn Sie sich nicht mittels EFN autorisieren können oder wollen.
Mitglied im Hausärzteverband
Mitglieder erhalten Zugriff auf weitere Inhalte und Tools.
Mit der Registrierung als Mitglied im Hausärzteverband stimmen Sie zu, dass wir Ihre Mitgliedschaft überprüfen.

Newsletter
Sie stimmen zu, dass wir Ihre E-Mail-Adresse für diesen Zweck an unseren Dienstleister Mailjet übermitteln dürfen. Den Newsletter können Sie jederzeit wieder abbestellen.

Das Kleingedruckte
Die Zustimmung ist notwendig. Sie können Sie jederzeit widerrufen, außerdem steht Ihnen das Recht zu, dass wir alle Ihre Daten löschen. Jedoch erlischt dann Ihr Zugang.
Newsletter abbestellen

Wenn Sie den Newsletter abbestellen wollen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an und wählen Sie die gewünschte Funktion. Wir senden Ihnen dann eine E-Mail zur Bestätigung.