Keine Empfehlung für Nahrungsergänzung
Die Bedeutung gesunder Ernährung zur Senkung des LDL-C-Spiegels ist durch zahlreiche Studien belegt. Für Nahrungsergänzungsmittel gibt es dagegen keine überzeugende Evidenz im Hinblick auf das kardiovaskuläre Risiko.
Das gleiche gilt auch für Vitamine. Neben der nicht belegbaren Wirksamkeit, den Kosten und Sicherheitsbedenken können Nahrungsergänzungsmittel sogar zu einer Abnahme der Adhärenz bei wirksamen Substanzen führen. (Ulrich Laufs, Leipzig)
Bedeutung der Risikofaktoren für die Lebenszeit
Die Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen basiert auf der Identifikation und Behandlung klassischer Risikofaktoren. Bisher war allerdings unklar, wie stark sich das gleichzeitige Vorliegen dieser Faktoren auf das Lebenszeitrisiko für kardiovaskuläre Ereignisse und die Lebenserwartung auswirkt. Neue Daten machen deutlich, dass sich der kumulative Effekt klassischer Risikofaktoren über die Lebensspanne erheblich potenziert.
Sie zeigen aber auch, dass Personen ohne diese klassischen Risikofaktoren ein Restrisiko aufweisen, wobei genetische Prädispositionen und soziale Determinanten eine wichtige Rolle spielen dürften.
Die detaillierte Betrachtung ergab, dass ein Verzicht auf Rauchen und das Fehlen eines Diabetes mit dem größten Zugewinn an Lebensjahren assoziiert ist. Für das Lebenszeitrisiko kardiovaskulärer Erkrankungen erweist sich die Kontrolle der Hypertonie als der dominante Faktor.
Interessanterweise zeigt sich bei Blutdruck, Lipiden und BMI kein linearer Zusammenhang. Für Präventionsprogramme bedeutet dies, dass mit einer konsequenten Blutdruckkontrolle, einer effektiven Rauchentwöhnung und der Prävention des Diabetes zentrale präventive Hebel bleiben, auch im mittleren Alter.
Die CRHCP-3-Studie liefert starke Evidenz dafür, dass eine konsequente Blutdruckkontrolle bei einer unkontrollierten Hypertonie auch einen relevanten Beitrag zur Reduktion des Demenzrisikos leisten kann. (Felix Mahfoud, Basel)
Wie gefährlich ist Sport?
Moderates körperliches Ausdauertraining ist mit zahlreichen positiven Gesundheitseffekten assoziiert. Doch die Extrembelastung im Rahmen eines Marathon-Wettkampfes kann eine Gefährdung im Sinne eines akuten Herztodes darstellen. Eine aktuelle Studie aber zeigt, dass trotz stark gestiegener Teilnahmezahlen an Langstreckenläufen die Inzidenz von Herzstillständen stabil geblieben ist.
Es wurde sogar eine Reduktion der herzbedingten Mortalität beobachtet. In einer anderen Studie wiesen professionelle Bodybuilder ein signifikant erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herztod auf.
Auch fand sich bei ehemaligen Spitzenruderern ein deutlich erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern. Ursächlich dürfte ein Zusammenspiel von trainingsinduziertem kardialem Remodeling und einer individuellen genetischen Suszeptibilität eine Rolle spielen. Ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern fand sich auch bei anderen Ausdauer-Sportarten wie Radfahren, Ski-Langlauf und Langstrecken-Lauf. (Ulrich Laufs, Leipzig)
Herz und Niere in Gefahr
Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung und Typ-2-Diabetes haben trotz moderner Therapien weiterhin ein hohes Risiko für das Fortschreiten der Nierenerkrankung sowie für kardiovaskuläre Ereignisse. In den letzten Jahren hat sich ein therapeutisches Grundgerüst etabliert. Es umfasst eine konsequente Blockade des Renin-Angiotensin-Systems, SGLT2-Inhibitoren sowie bei Diabetes mellitus mit Albuminurie Finerenon.
Für jede dieser Substanzklassen liegen robuste Outcome-Daten vor. Das gilt auch für die Kombination SGLT2-Inhibitoren und Finerenon, wie die Ergebnisse der CONFIDENCE-Studie zeigen. Unter dieser Kombination wurde eine Reduktion der Albuminurie um 52 Prozent und damit eine stärkere Abnahme der Albuminurie, als unter jeder der beiden Monotherapien dokumentiert.
Der additive Effekt trat früh ein und war über den gesamten Behandlungszeitraum stabil. Die Albuminurie gilt als valider Surrogatmarker für das Risiko der Progression einer CKD und kardiovaskuläre Ereignisse. (Felix Mahfoud, Basel)
Impfungen schützen auch das Herz
Dass eine Influenza-Impfung vor kardiovaskulären Komplikationen schützt, ist seit vielen Jahren bekannt. In einer Studie konnte jetzt gezeigt werden, dass auch eine RSV-Infektion nicht nur respiratorische sondern auch kardiovaskuläre Hospitalisierungsraten erhöht.
