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Stiftung WarentestWarnung vor Nahrungsergänzungsmitteln für Kinder

Sie sehen aus wie Weingummi oder haben lustige Tierchen auf der Verpackung. Laut der Stiftung Warentest sind viele Nahrungsergänzungsmittel für Kinder überflüssig - und manche sogar gefährlich.

In der Regel brauchen Kinder keine Nahrungsergänzungsmittel, sagt ein Stiftung Warentest-Experte.

Berlin. Die Stiftung Warentest warnt vor Nahrungsergänzungsmitteln für Kinder. Von 18 getesteten Produkten habe nur ein einziges keine Mängel aufgewiesen, sagte der Bereichsleiter für Untersuchungen, Holger Brackemann, bei einer Pressekonferenz am Mittwoch (26.3.) in Berlin. Was oft putzig und harmlos aussehe, sei im besten Fall überflüssig und im schlimmsten Fall schädigend.

15 der getesteten Produkte überschreiten demnach die empfohlenen Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen. Von fünf der getesteten Produkte rät die Stiftung Warentest sogar stark ab, weil durch sie zu einer Überdosierung von Vitamin A oder Kupfer kommen kann. “Kupfer hat in Kinderprodukten nichts zu suchen”, sagte Brackemann. Langfristig kann dadurch die Leber geschädigt werden. Auch zusätzliches Vitamin A sollten Kinder nicht zu sich nehmen, das könne etwa Kopfschmerzen oder Leberprobleme auslösen.

Alarmierendes Ergebnis

Viele Hersteller ignorierten wissenschaftliche Empfehlungen zum Schutz der Kinder, sagte Brackemann. Er sprach von einem alarmierenden Ergebnis. “Nahrungsergänzungsmittel liefern keinen Beitrag zur gesunden Ernährung von Kindern.” Es gebe keine Studien, die einen positiven Effekt auf die Gesundheit auswiesen.

Gefährlich sei auch, dass einige Nahrungsergänzungsmittel wie Weingummi oder andere Süßigkeiten aussehen, süß schmeckten und oft aromatisiert seien und Kinder dadurch womöglich noch größere Mengen zu sich nehmen, als vom Hersteller vorgesehen.

Großteil durch Ernährung gut versorgt

In Deutschland gebe es Studien zufolge keine allgemeine Unterversorgung bei Kindern und Jugendlichen, die meisten seien durch die Ernährung gut mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt, so die Experten. Nur in manchen Gruppen sei ein Mangel möglich, etwa bei vegan ernährten Kindern. Trotzdem würden etwa fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen, das entspreche Hunderttausenden deutschlandweit.

Wenn Kinder sich normal entwickeln und wachsen, könne man davon ausgehen, dass sie vermutlich gut versorgt seien, sagte Nicole Merbach, Ressortleiterin Ernährung & Gesundheit bei Stiftung Warentest. Symptome wie ständige Müdigkeit, eine geringere Belastbarkeit und Gewichtsabnahme sollte man ärztlich abklären lassen.

“Geschäft mit der Angst der Eltern”

Versprechen wie die altersgerechte Versorgung, eine gesunde geistige Entwicklung, Förderung der Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung oder das Ankurbeln der normalen Funktion des Immunsystems seien vor allem “ein Geschäft mit der Angst der Eltern”, sagte Merbach. Eltern zahlen demnach bis zu knapp 600 Euro im Jahr dafür.

Rechtlich gesehen gelten Nahrungsergänzungsmittel als Lebensmittel. Das heißt, es gibt etwa keine Bestimmungen für Höchstmengen und auch keine Prüfungen, bevor man sie auf den Markt bringen kann, sagte Brackemann. “Die strenge Regulierung von Nahrungsergänzungsmitteln ist überfällig.”

Der Arbeitskreis Nahrungsergänzungsmittel (AK NEM) im Lebensmittelverband Deutschland e.V. teilte auf Anfrage mit, je nach Bedarf könnten Nahrungsergänzungsmittel eine sinnvolle Ergänzung sein, auch um Versorgungslücken gar nicht erst entstehen zu lassen, die es auch in Deutschland gebe. Es sei europaweit einheitlich und detailliert festgelegt, welche Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmittel verwendet werden dürfen.

In anderen Nachbarländern seien teils deutlich höhere Mengen als sicher eingestuft worden. Außerdem werde transparent über die Inhaltsstoffe, enthaltene Mengen und die empfohlene Verzehrmenge informiert.

Quelle: dpa

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