Wer in seiner Praxis möglichst papierlos arbeiten möchte, für den ist ein Wartezimmer-TV eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, aktuelle Informationen “auszuhängen”.
Auf dem Bildschirm laufen in Dauerschleife Infos zum Praxisteam, Urlaubs- und Vertretungszeiten, Info-Videos zur Hausarztzentrierten Versorgung (HZV), saisonale Informationen (wie Hitzeschutz, Impfungen, Rezept des Monats) und aktuelle Informationen.
Gerade saisonale Themen sind dankbar: Sie sind relevant, wiederholen sich im Jahreslauf und lassen sich mit wenig Aufwand aktualisieren.
Technik: Drei Wege – von sehr simpel bis komfortabel
Für die Technik reicht in der einfachsten Ausführung ein USB-stickfähiger Fernseher. Als ich 2024 meine Praxis neu gründete, war das Geld erstmal knapp, sodass ich eine Lösung ohne laufende Kosten aufgebaut habe. Ich nutze einen ausrangierten Flachbildfernseher. Um die Präsentationen anzuspielen, gibt es drei Wege:
1. Die simpelste Lösung: USB-Stick + PowerPoint-Endlosschleife
Für viele ältere Fernseher ist das die robusteste und kostengünstigste Variante. Die Idee: Eine Präsentation (z. B. PowerPoint) wird so vorbereitet, dass sie automatisch abläuft. Speichert man sie anschließend als Video-Datei (z. B. MP4), kann sie direkt über den Fernseher in Dauerschleife abgespielt werden.
Vorteile:
- funktioniert auch mit älteren Geräten
- keine Internetverbindung nötig
- technisch sehr stabil
Praktisch wichtig: Die Anzeigedauer pro Folie lässt sich individuell einstellen – je nachdem, ob es sich um kurze Hinweise (z. B. “Praxis geschlossen”) oder erklärungsbedürftige Inhalte (z. B. HZV) handelt.
2. Eleganter: Smart-TV oder internetfähige Ansteuerung
Noch bequemer wird es, wenn der Fernseher (oder ein Zusatzgerät) übers Internet erreichbar ist. Dann lassen sich Inhalte von jedem beliebigen Rechner aus aktualisieren – ohne jedes Mal einen USB-Stick zu bespielen und vor Ort einzustecken.
In unserem Fall wurde aus dem “alten Fernseher” durch einen Internet-TV-Stick ein quasi-smartes Gerät. Mithilfe einer kostenlosen Software (z.B. Digital Signage), lässt sich die Präsentation jetzt von jedem Rechner bearbeiten.
3. Komplettservice: Kommerzielle Anbieter
Natürlich gibt es zahlreiche kommerzielle Lösungen, die ein fertiges oder individuell konfigurierbares Programm für das Wartezimmer liefern. Einige Anbieter kombinieren das Wartezimmer-TV zusätzlich mit einem Patienten-Aufrufsystem. Das kann vor allem für größere Praxen oder Praxisstrukturen mit langen Laufwegen interessant sein.
Woher kommt der Content?
Ein Wartezimmer-TV muss nicht ausschließlich aus Eigenproduktionen des Praxisteams bestehen. Einige Berufsverbände und Institutionen stellen vorgefertigte Inhalte bereit, die sich in eigene Präsentationen integrieren lassen – etwa zu Prävention, Impfungen oder oder gesundheitspolitischen Themen.
So bietet zum Beispiel der Bayerische Hausärztinnen- und Hausärzteverband ein eigenes, für Mitglieder vergünstigtes Wartezimmer-TV an, bei dem auch Informationen zu berufspolitischen Themen ausgewählt werden können (online unter www.hausarzt.link/fPYhH).
Zusammen mit dem Institut für hausärztliche Fortbildung (IHF) hat “Hausärztliche Praxis” im Sommer etwa eine Praxishilfe und PowerPoint-Präsentation zum Hitzeschutz aufbereitet und kostenfrei zum Herunterladen zur Verfügung gestellt: www.hausarzt.link/liYsl.
Weitere Angebote sollen künftig folgen.
