Hamburg. Weitreichende Neuerungen enthält die Konsultationsfassung der überarbeiteten S3-Leitlinie Prostatakarzinom. Vor allem bei Früherkennung und Diagnostik sowie bei der lokalen Therapie gibt es Änderungen, berichtet die federführende Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU).
So empfiehlt die Leitlinie nun zur Früherkennung von Prostatakarzinomen keine rektale Tastuntersuchung mehr. Vor- und Nachteile eines PSA-basierten Prostatakarzinom-Screenings werden in einer Übersicht dargestellt.
Im Rahmen der Primärdiagnostik wird zudem die Magnetresonanztomographie der Prostata gestärkt. „Insbesondere soll bei unauffälligem MRT-Befund keine Biopsie durchgeführt werden“, wird DGU-Leitlinienkoordinator Prof. Marc-Oliver Grimm in der Mitteilung zitiert.
Eine weitere Änderung: Für das Low risk Prostatakarzinom wird initial keine lokale Therapieform mehr, sondern nur eine aktive Überwachung empfohlen.
Mit den Überarbeitungen sei ein entscheidender Schritt für die Etablierung eines PSA-basierten Screeningprogramms als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen getan, betont die DGU.
red