Was für Menschen mit Diabetes der Blutzucker und für Menschen mit Hypertonie der Blutdruck ist, ist für Patientinnen und Patienten mit Asthma der Peak Expiratory Flow (PEF). Die PEF-Messung hilft nicht nur Ärztinnen und Ärzten – sie kann auch die Adhärenz steigern.
Die Peak-Flow-Messung durch Patientinnen und Patienten kann die Behandlung des Asthmas optimieren.
Bei der Betreuung von Menschen mit Asthma verlassen wir uns zu oft alleine auf die Klinik und gelegentliche Untersuchungen der Lungenfunktion
– oftmals sogar ohne Durchführung eines Bronchospasmolysetests – und verzichten auf begleitende Messungen des Peak Expiratory Flow (PEF) durch die Betroffenen. Dabei kann die PEF-Messung uns Ärztinnen und Ärzten im Verlauf der Betreuung helfen und uns wertvolle Informationen liefern.
Gleichzeitig bietet sie den Patientinnen und Patienten die Möglichkeit, sich jederzeit objektiv über den Zustand ihres Asthmas zu informieren, sich wenn nötig rechtzeitig in Eigenregie zu helfen und den Erfolg oder ausbleibenden Erfolg kontrollieren zu können.
Wie gelingt die korrekte Messung?
Die PEF-Messung ist die “kleine Schwester” der Spirometrie: Mit ihr können Patientinnen und Patienten an jedem Ort und zu jeder Gelegenheit einfach und schnell den Spitzenfluss bei forcierter Exspiration messen und damit die aktuelle Weite der Atemwege beurteilen. Um korrekte Werte zu erhalten, ist allerdings ebenso wie bei der Lungenfunktionsuntersuchung die gute Mitarbeit der Betroffenen unabdingbare Voraussetzung. Dazu ist es wichtig, die korrekte Vorgehensweise zu erklären:
Der Patient bzw. die Patientin atmet tief ein,
umschließt das Mundstück eng mit den Lippen und
atmet dann so schnell wie möglich in das Gerät aus.
Eine tiefe Ausatmung ist nicht erforderlich.
Tipp: Der Vergleich mit Kirschkernweitspucken oder dem Ausblasen einer Kerze kann hilfreich sein, um den Betroffenen die korrekte Messung zu vermitteln.
Vorteile einer App
Die Peak-Flow-Geräte zur elektronischen Messung in Verbindung mit einer App bieten darüber hinaus noch einige Vorteile:
Die Patientinnen und Patienten werden an die Messung erinnert.
Die Werte werden mit der Messung automatisch dokumentiert.
Diagramme werden automatisch erstellt.
Die Werte werden mit bereits vorhandenen Werten verglichen und interpretiert.
Erfolgte Medikation kann dokumentiert werden.
Die Asthmakontrolle wird kalkuliert und eventuell werden Handlungsempfehlungen erteilt.
Einige dieser Apps bieten zusätzlich die Möglichkeit zum Einwählen. So können Sie sich auch ohne Besuch der Patientinnen und Patienten in der Sprechstunde online über die dokumentierten PEF-Daten informieren.
Unbehandeltes Asthma erkennen
Asthma ist in erster Linie eine klinische Diagnose, die durch eine Lungenfunktion mit Bronchospasmolysetest bestätigt wird. Auf dem Weg zur Diagnose kann aber auch die PEF-Messung wertvolle Unterstützung leisten. Denn immer wieder übersehen wir ein Asthma, weil sich die Klagen der Patientinnen und Patienten bei aktueller Beschwerdefreiheit mit klinischer Untersuchung und Lungenfunktion nicht bestätigen lassen. Hier kann die Peak-Flow-Messung helfen.
Die Normwerte hängen von Geschlecht und Größe ab. Sie schwanken im Tagesverlauf mit einem Tief am Morgen und einem Hoch am Abend. Der Verdacht auf Asthma kann ausgesprochen werden, wenn der individuelle Normwert unterschritten und/oder die Werte im Tagesverlauf um mehr als 20 Prozent schwanken (s. Abb.1) [1], [2].