In der Bevölkerung könnte es viele undiagnostizierte Fälle von Zöliakie geben. Das legen Ergebnisse der Trøndelag-Gesundheitsstudie (HUNT4) nahe, für die ein Team Daten aller 56.042 Einwohner im Alter von über 20 Jahren der norwegischen Provinz Nord-Trøndelag aus den Jahren 2017 bis 2019 ausgewertet hat. Von der Studie berichtet auch die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).
Von 54.505 der 56.042 Einwohner lagen Serumproben auf Anti-Transglutaminase-2 IgA und IgG vor. Insgesamt wurden hierbei 1.107 Personen (2 Prozent) seropositiv auf die beiden Antikörper getestet. Diese seropositiven Personen wurden zu einer endoskopischen Biopsie-Entnahme eingeladen, sodass das Forschungsteam eine Zöliakie-Diagnose zusätzlich zur Serologie bestätigen konnte.
724 Personen nahmen die Untersuchung in Anspruch, bei 470 wurde die Diagnose bestätigt. Parallel dazu wurden 383 zuvor bereits diagnostizierte und seronegative Zöliakie-Fälle aus Nord-Trøndelag durch Verknüpfung mit Krankenhausakten und dem norwegischen Patientenregister identifiziert.
Diese Daten wurden ebenfalls erfasst und ins Verhältnis zu den bisher unbekannten Zöliakie-Erkrankungen gesetzt: Das Verhältnis lag somit bei 383:470 bzw. 1:1,2. Für jeden diagnostizierten Zöliakie-Fall könnte es also 1,2 undiagnostizierte Fälle in der Bevölkerung geben.
Das Screening sollte verbessert werden, fordern die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daher. Eine frühe Diagnose sei essenziell, um Spätfolgen der Erkrankung zu vermeiden.
Quellen:
- doi 10.1016/j.cgh.2024.06.027
- Newsletter der DGVS vom 19. Dezember 2024