Der Antikörper Tezepelumab, der zur Behandlung von schwerem Asthma eingesetzt wird, könnte auch für Menschen mit chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen eine Option sein. Das legen Ergebnisse der Phase-III-Studie “Navigator” nahe.
An der Studie nahmen 408 Erwachsene teil, bei denen eine symptomatische, schwere chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen diagnostiziert worden war. Die eine Hälfte erhielt die Standardtherapie (intranasale Glukokortikoide) plus Placebo, die andere Hälfte die Standardtherapie plus Tezepelumab (210 mg). Das Placebo bzw. der Antikörper wurden über 52 Wochen hinweg alle vier Wochen subkutan verabreicht.
Im kombinierten Endpunkt wurden Veränderungen berücksichtigt, die mit zwei verschiedenen Scores gemessen wurden: “Nasal Polyp Score” (Werte zwischen 0 und 4) und “Nasal Congestion Score” (Werte zwischen 0 und 3). Je höher der Wert, desto schwerer kann durch ein Nasenloch geatmet werden.
Nach 52 Wochen wurden signifikante Verbesserungen in der mit Tezepelumab behandelten Gruppe festgestellt: Der “Nasal Polyp Score” nahm im Vergleich zur Placebogruppe um 2,07 Punkte ab (95%-Konfidenzintervall (KI): 1,74-2,39). Im “Nasal Congestion Score” kam es zu einer Verbesserung um 1,03 Punkte (95%-KI:0,86-1,20).
Auch bei den sekundären Endpunkten zeigten sich mit Tezepelumab signifikante Verbesserungen, etwa beim Riechvermögen. Zudem war bei mit Tezepelumab behandelten Personen signifikant seltener eine Operation indiziert (0,5 versus 22,1 Prozent) und die Personen benötigten seltener systemische Glukokortikoide (5,2 versus 18,3 Prozent).
Schwere unerwünschte Ereignisse traten bei zehn Personen in der Tezepelumab-Gruppe (4,9 Prozent) und bei zwölf Personen in der Placebogruppe (5,9 Prozent) auf.
Quelle: doi 10.1056/NEJMoa2414482