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Robert Koch-InstitutJuni-Hitzewelle: 5.100 hitze­bedingte Sterbe­fälle in Deutschland

Ende Juni stiegen die Temperaturen in Deutschland vielerorts auf über 40 Grad. Die Folgen der extremen Hitzewelle zeigen sich auch an den Sterbefällen.

Meist führt die Kombination aus Hitzeexposition und Vorerkrankungen zum Tod, es kann aber auch zum Hitzeschlag kommen.

Berlin. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) gab es infolge der Hitzephase im Juni rund 5.100 Hitzetote in Deutschland. Das geht aus dem aktuellen RKI-Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität hervor.

Besonders betroffen waren auch in diesem Jahr ältere Menschen. Bis zum 28. Juni starben demnach geschätzt etwa 2.950 Menschen im Alter von ≥85 Jahren hitzebedingt. Bei den 75- bis 84-Jährigen waren es 1.320 Menschen, bei den 65- bis 74-Jährigen geschätzt 550 Menschen und bei denen unter 65 Jahren etwa 300.

“In einigen Fällen, zum Beispiel beim Hitzeschlag, führt die Hitzeeinwirkung unmittelbar zum Tod, während in den meisten Fällen die Kombination aus Hitzeexposition und bereits bestehenden Vorerkrankungen zum Tod führt. Daher wird Hitze auf dem Totenschein normalerweise nicht als die zugrunde liegende Todesursache angegeben. Stattdessen müssen statistische Methoden angewendet werden, um das Ausmaß hitzebedingter Sterbefälle abzuschätzen”, schreibt das RKI dazu.

Die Auswertung basiert auf Lufttemperaturdaten von 52 Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD), die auf Bundesland-Ebene gemittelt wurden. Typischerweise wird ab einer Wochenmitteltemperatur (Durchschnitt über die Tages- und Nachttemperaturen einer Woche) von etwa 20°C ein hitzebedingter Anstieg der Gesamtmortalität sichtbar. In Kalenderwoche 26/2026 betrug die bundesweite Wochenmitteltemperatur 26,4°C.

Hitzebedingte Sterbefälle im Zeitverlauf

Abbildung 1 zeigt die vom RKI geschätzte Anzahl hitzebedingter Sterbefälle in Deutschland für den Zeitraum 2016 bis 2026. Die höchsten Werte wurden in den Jahren 2018 und 2019 mit jeweils etwa 7.000 und mehr hitzebedingten Sterbefällen erreicht. In den Jahren 2020 und 2022 bis 2024 starben hitzebedingt jeweils etwa 3.000 und mehr Menschen.

In den Jahren 2016, 2017 und 2021 lag die geschätzte Anzahl hitzebedingter Sterbefälle jeweils zwischen 1.200 und 2.000 und fiel damit deutlich niedriger aus. Diese Unterschiede können auf die unterschiedlich ausgeprägten Hitzeperioden zurückgeführt werden.

Auswirkungen der Extremhitze könnten noch größer sein

Die Auswirkungen der Extrem­hitze könnten allerdings sogar noch größer sein als mit dem Hitze-Modell des RKI berechnet. Laut Statistischem Bundes­amt liegt die hitzebedingte Übersterblichkeit bei geschätzt 6.800 Fällen in der Kalenderwoche 26 (22.-28. Juni).

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz wies auf die teils hohen Temperaturen in Pflegeheimen und Krankenhäusern hin. Medizinisch-pflegerische Einrichtungen seien häufig nicht für den Klimawandel gewappnet, sagte Eugen Brysch, Vorstand der Stiftung.

“Schon an einfachsten Maßnahmen wie Außenbeschattungen mangelt es. Hitzeschutzpläne enden dort, wo der Patientenschutz Geld kostet, und die Umsetzung dauert.” Er forderte ein Hitzestopp-Investitionsprogramm aus Bundesmitteln in Höhe von 30 Milliarden Euro für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen.

Quelle: dpa/red

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