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KasuistikTherapie der oberflächlichen Venenthrombose

Eine oberflächliche Venenthrombose (OVT) ist kein banaler Befund. Oftmals ist sie ausgedehnter als der klinische Eindruck vermuten lässt. Das folgende Fallbeispiel eines 67-jährigen Patienten zeigt, wie im Praxisalltag bei der Diagnostik und Therapie vorzugehen ist und eine leitliniengerechte Antikoagulation mit Fondaparinux möglich ist.

Oberflächliche Venenthrombose am Oberschenkel rechts

Anamnese und klinisches Bild

Bei seiner Erstvorstellung in der hausärztlichen Praxis berichtete der Patient, ein ehemaliger Außendienstmitarbeiter, über eine schmerzhafte rötlich-blaue Veränderung am Oberschenkel rechts. Der Patient stellte sich 5 Tage nach einer 7-stündigen Autofahrt und 3 Tage nach Schmerzbeginn hausärztlich vor. Der Patient betrachtete die Autofahrt nicht als Auslöser und erklärte auf Nachfrage, dass er bis vor einem Jahr noch mehrmals pro Woche weite Strecken ohne Pausen zurückgelegt habe.

Folgende Vorerkrankungen lagen vor: langjähriger Nikotinabusus (40 pack years), Adipositas (BMI 34 kg/m2) und arterielle Hypertonie. Außerdem bestand eine Varikosis im Bereich der Unterschenkel. Einen Tag nach der Vorstellung beim Hausarzt wurde die weiterführende differenzierte Diagnostik in der Angiologie durchgeführt.

Diagnostik

Bei der klinischen Untersuchung wurde ein derber, druckschmerzhafter Strang an der Innenseite des rechten Oberschenkels festgestellt (Abb.). Ein noch vom Hausarzt durchgeführter D-Dimertest ergab einen Wert von 834 ng/ml (Referenz < 500 ng/ml). Der CRP-Wert lag mit 10 mg/l leicht über dem Normalbereich (< 5 mg/l), die Nierenfunktion war mit einer GFR von 90 ml/min/1,73 m² im Normbereich.

Die Duplexsonographie bestätigte eine OVT. Der Thrombus manifestierte sich als nicht mehr komprimierbarer Venenabschnitt mit echoreichem Inhalt. Die OVT endete 15 cm proximal der V. femoralis communis, womit eine Mitbeteiligung des tiefen Venensystems ausgeschlossen werden konnte.

Therapie und weiterer Verlauf

Noch bevor die definitive Diagnose gestellt wurde, startete der Hausarzt eine Antikoagulation mit Fondaparinux (Arixtra®) 2,5 mg/Tag s.c. einmal täglich.

Zusätzlich wurde in der angiologischen Klinik ein Kompressionsverband angelegt und ein Kompressionsstrumpf der Klasse II bis Oberschenkel rezeptiert. Die Therapie führte nach einigen Tagen zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden.

Der Hausarzt übernahm die weitere Verordnung von Fondaparinux 2,5 mg. Bei der Kontrolluntersuchung nach 45 Tagen war die OVT nicht mehr nachweisbar. Allerdings war das Venenklappensystem geschädigt, was auf eine venöse Insuffizienz hindeutete. Der Patient wurde der Gefäßchirurgie zur Varizensanierung vorgestellt.

Da es sich um eine Thrombose mit weichem Trigger handelte, wurde eine Umfelddiagnostik durchgeführt. Dabei wurde ein Prostatakarzinom diagnostiziert und eine Prostatektomie geplant.

Fazit für die Praxis

Das Fallbeispiel zeigt, dass sich eine OVT bei leitliniengerechter Behandlung mit Fondaparinux vollständig zurückbilden kann. Die Antikoagulation sollte frühzeitig gestartet und für etwa 45 Tage fortgesetzt werden [1].

Bei Verdacht auf eine tiefe Venenthrombose (TVT) oder wenn eine TVT nicht ausgeschlossen werden kann, sollte bis zur endgültigen Diagnose eine Interims-Antikoagulation mit einem dafür zugelassenen Antikoagulans erfolgen [1].

Kompressionsstrümpfe der Klasse II und lokale Therapie mit NSAR können die Schmerzen lindern und den Verlauf verbessern. Bei unprovozierter OVT sollte eine Ursachensuche erfolgen, da thromboembolische Ereignisse mit einer malignen Erkrankung einhergehen können.

Autor: PD Dr. Jörg Herold, Direktor Abteilung Angiologe, Kerckhoff-Klinik, Bad Nauheim

Quellen:

  1. S2k-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der tiefen Venenthrombose und Lungenembolie“, AWMF-Register-Nr. 065-002; Stand: 14.02.2023
  2. Fachinformation Arixtra®, aktueller Stand

DE-ARX-2026-00011


Pflichttext

Arixtra 1,5 mg/0,3 ml Injektionslösung, Fertigspritze Arixtra 2,5 mg/0,5 ml Injektionslösung, Fertigspritze Zusammens.: Wirkst.: 1,5 mg/0,3 ml: 1 Fertigspritze enth. 1,5 mg Fondaparinux-Natrium. 2,5 mg/0,5 ml: 1 Fertigspritze enth. 2,5 mg Fondaparinux-Natrium. Sonst. Bestandt. m. bek. Wirkung: Enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis und ist daher nahezu natriumfrei. Sonst Bestandt.: Natriumchlorid, Wasser f. Injektionszw., Salzsäure, Natriumhydroxid. Anw.: Zur Prophylaxe v. venös-thromboembolischen Ereign. (VTE) – b. Erwachsenen, d. sich größeren orthopäd. Eingriffen an d. unt. Extremitäten unterziehen müssen (z. B. Hüftfrakturen od. Gelenkersatz); – b. Erwachs. m. abdominalen Eingriffen u. voraussichtl. hohem Risiko f. VTE (z.B. abdomin. Krebs-OP); – b. erwachs. internist. Pat. m. erhöhtem Risiko f. VTE u. Immobilisation wg. e. akuten Erkr. (z.B. Herzinsuff., ak. Atemwegserkr., u./od. ak. infekt. od. entzündl. Erkrankung). Therapie akuter, symptomat. spontaner oberflächl. Venenthrombosen d. unt. Extremitäten oh. begleitende Venenthrombose b. Erwachsenen. 2,5 mg/0,5 ml zusätzl.: Behandl. d. instab. Angina pectoris od. v. IA/NSTEMI b. Erwachsenen, bei denen dringender (< 120 min.) invasiver Eingriff (PCI) nicht angezeigt ist. Behandl. d. STEMI b. Erwachsenen, d. m. Thrombolytika behandelt werden od. d. inital keine and. Reperfusionstherapie erhalten. Gegenanz.: Nicht anwenden b. Überempfindlichk. gegen d. Wirkstoff od. e. d. sonst. Bestandt.; aktive klinisch relevante Blutungen; akute bakterielle Endokarditis; schwere Nierenfkt.-stör. (Kreatinin-Clearance < 20 ml/min). Nebenw.: Häufig: Anämie, postoperative Blutungen, utero-vaginale Blutungen, Hämoptyse, Hämaturie, Hämatome, Zahnfleischblutungen, Purpura, Epistaxis, gastrointest. Blutungen, Hämarthrose, okuläre Blutungen, Blutergüsse. Gelegentl.: Thrombozytopenie, Thrombozythämie, anomale Thrombozyten, Gerinnungsstör., Kopfschmerz, Dyspnoe, Übelkeit, Erbrechen, anomale Leberfkt.tests, erh. Leberenzyme, erythematöser Hautausschlag, Pruritus, Ödeme, periph. Ödeme, Schmerzen, Fieber, Brustschmerzen, Wundsekretion. Selten: Postoperative Wundinfekt., retroperitoneale Blutungen, Leberblutungen, intrakranielle/intrazerebrale Blutungen, allerg. Rkt. (inkl. sehr selt. Berichte über Angioödeme, anaphylaktoide/anaphylaktische Rkt.), Hypokaliämie, Blutharnstoff erhöht (NPN erhöht), Angst, Verwirrung, Schwindelgefühl, Somnolenz, Vertigo, Hypotonie, Husten, Bauchschmerzen, Dyspepsie, Gastritis, Verstopfung, Diarrhö, Hyperbilirubinämie, Rkt. an der Inj.stelle, Beinschmerzen, Ermüdung, Erröten, Synkope, Hitzewallungen, Genitalödeme. Warnhinweis.: Der Nadelschutz der Spritze enthält Latex. Kann schwere allergische Reaktionen hervorrufen. Weitere Hinweise siehe Fachinformation.

Verschreibungspflichtig

Stand: Februar 2024

Viatris Healthcare Limited, Damastown Industrial Park, Mulhuddart, Dublin 15, DUBLIN, Irland

Örtlicher Vertreter: Viatris Healthcare GmbH, Lütticher Str. 5, 53842 Troisdorf

 

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