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InterviewKODEX Gute Weiterbildung: Ideal für den Nachwuchs

Eine qualifizierte Weiterbildung ist essenziell für die Zukunft der Hausarztpraxen. Um diese sicherzustellen, hat das Forum Weiterbildung im Hausärztinnen- und Hausärzteverband bereits 2014 den "KODEX Ambulante Weiterbildung" ins Leben gerufen, der jetzt modernisiert wurde. Warum der Kodex wichtig ist, erklären Theresa Buuck und Dr. Florian Friedrich im Interview.

Hausärzte, die weiterbilden, können sich freiwillig verpflichten, die Qualitätsstandards des KODEX einzuhalten.

Der “KODEX Ambulante Weiterbildung” wurde umbenannt in “KODEX Gute Weiterbildung”. Wie kam es zur Überarbeitung des Kodex bzw. warum war eine Umbenennung und Modernisierung nötig?

Theresa Buuck: An sich war der “KODEX ambulante Weiterbildung” mit seinen Eckpfeilern schon sehr gut. Als wir uns bei einer Gelegenheit den Flyer zum Kodex angesehen hatten, bemerkten wir jedoch: Es passt nicht mehr so richtig.

Dr. Florian Friedrich: Schon 2022 gab es erste Ideen zur Anpassung des Kodex. Vor einem Jahr haben wir dann aktiv angefangen, uns die Formulierungen vorzunehmen. Es gab einfach Inhalte, die uns nicht konkret genug waren. Andere waren nicht wirklich nachvollziehbar.

Was meinen Sie damit? Können Sie Beispiele nennen?

Buuck: Wir haben zum einen Dinge, die eigentlich selbstverständlich sein sollen, in den Kodex aufgenommen. Dazu gehört zum Beispiel, dass eine Ärztin oder ein Arzt in Weiterbildung ein eigenes Zimmer erhält. Oder, dass eine angemessene Anzahl Urlaubstage eingeräumt wird und dass neben Fortbildungstagen an den Kompetenzzentren weitere nötige Fortbildungstage gewährt werden. Oder, dass die tariflichen Bedingungen möglichst an die kommunalen Kliniken angeglichen werden.

Friedrich: Wir haben ingesamt deutlicher spezifiziert, was aus unserer Sicht eine gute Weiterbildung ausmacht − etwa der Ablauf der Einarbeitung in der Praxis, Supervisionen durch die Weiterbilderinnen und Weiterbilder oder der Ablauf der ersten Sprechstunden.

Buuck: Ein wichtiger Punkt war das Feedback, das auch im E-Logbuch enthalten ist. Wir haben alles zusammengefasst, was eine Ärztin oder ein Arzt in Weiterbildung in einer hausärztlichen Praxis lernen sollte – etwa Hausbesuche oder auch die Betreuung von Pflegeheimen.

Friedrich: Auch das Lernen von Abrechnungsmodalitäten oder Managementaufgaben, die im Medizinstudium nicht vermittelt werden, sind uns wichtig. Die abgeschlossene Weiterbildung sollte – zusammenfassend gesagt – angehende Hausärztinnen und Hausärzte befähigen, selbstständig eine Hausarztpraxis zu führen.

Aber was ist mit einer Hausarztpraxis – etwa eine in der Großstadt – die zum Beispiel kein Heim betreut oder nur wenige oder gar keine Hausbesuche durchführt?

Buuck: Auch Hausärztinnen und Hausärzte, die in Städten praktizieren, führen in der Regel Hausbesuche durch. Aber darum geht es auch gar nicht. Vielmehr ist wichtig, dass wir formuliert haben, was uns wichtig ist und welche Dinge im Idealfall abgedeckt sein sollten.

Friedrich: Wir haben zusammengefasst, was die Merkmale einer sehr guten Weiterbildung sind. Sollte eine Praxis kein Heim betreuen, könnte diese zum Beispiel Hospitationen in anderen Praxen für Heimbesuche ermöglichen.

Das heißt also, dass eine Praxis – auch wenn sie nicht alle Merkmale erfüllt – den Kodex durchaus unterzeichnen kann und sich von bestimmten Punkten nicht abschrecken lassen muss?

Buuck: Ganz genau, sich an den Kodex zu halten, ist eine freiwillige Sache. Wichtig ist uns vor allem, dass das Herz für die Allgemeinmedizin schlägt. Wir haben formuliert, was quasi unser “Träumchen” der Weiterbildung wäre. Und wenn mal etwas nicht funktioniert, kann man ja immer über alles sprechen.

Friedrich: Es ist auf jeden Fall eine gute Strategie, sich an den Kodex zu halten und ihn zu unterschreiben. Denn für den Nachwuchs ist es ein gutes Argument, wenn sich eine Weiterbildungspraxis zum Kodex verpflichtet. Und wenn mich jemand fragt: Welche Praxis würdest Du für die Weiterbildung wählen, würde ich immer auf die Praxen verweisen, die sich an den Kodex halten wollen.

Den “KODEX Gute Weiterbildung” müssen Hausärztinnen und Hausärzte erneut unterzeichnen, denn das Bekenntnis zum “KODEX ambulante Weiterbildung” wird nicht übertragen. Gibt es denn schon viele, die den Kodex unterzeichnet haben?

Buuck: Eine Namensliste der Ärztinnen und Ärzte, die sich zum Kodex verpflichtet haben oder den Kodex unterzeichnet haben, wird auf einer Internetseite des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes veröffentlicht (s. Link-Tipp). Bislang haben knapp 100 unterzeichnet. Beim vorherigen Kodex waren es am Ende rund 300. Der neue Kodex ist gerade erst veröffentlicht worden, sodass wir hoffen, dass noch viele Praxen in nächster Zeit dazu kommen.

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