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Praxis-ITImmer Anschluss unter dieser Nummer

Die Telefonanlage wird für einen reibungslosen Praxisablauf oft unterschätzt. Dabei ist sie mit entscheidend für eine gute Erreichbarkeit der Praxis, effizientes Arbeiten des Praxisteams sowie ein Ausgangspunkt für eine moderne Praxisausstattung. Eine Checkliste fasst zusammen, worauf es bei der Wahl der Telefonanlage ankommt.

Eine gute Telefonanlage ist entscheidend für ein effizientes Arbeiten des Praxisteams.

Die Telefonanlage ist mehr als ein technisches Detail: Wer sie gut plant, legt die Basis für funktionierende Abläufe und stressfreies Arbeiten im Team. Welche Fragen Praxisinhabende für sich und Dienstleistern klären sollten, listet eine Checkliste auf (s. Kasten).

Tipp: Binden Sie Ihren IT-Dienstleister und ggf. weitere Partner in die Planung ein. Klären Sie dabei auch, wer die Anlage im Betrieb administriert und bei Störungen Ihr Ansprechpartner ist.

Ärztinnen und Ärzte haben grundsätzlich die Wahl zwischen drei Arten von Anlagen:

1. On-Premise: Hier steht die Anlage als Hardware in der Praxis. Die meisten bieten Funktionen wie Durchstellung, Warteschleife oder Gruppenruf. Das Aufstocken von Sprachkanälen und die Anbindung weiterer Dienste sind oft aufwändiger. Die meisten Anbieter der “klassischen” Anlagen sind heute als lokale Lösung auf Servern in der Praxis oder als virtuelle Umgebung (Hosting oder Cloud) verfügbar.

2. Cloud-Anlagen: Die Hardware in der Praxis beschränkt sich auf IP-Telefone oder Softphones; die Telefonie selbst läuft via Internet auf Servern des Anbieters, wodurch auch Updates und Administration durch den Anbieter gewährleistet sind. Sie bieten meist umfangreiche Funktionen wie Anrufmenüs (IVR), zeitgesteuerte Weiterleitung, Voicemail-to-E-Mail, Statistiken und sind flexibel beim Ausbau von Sprachkanälen. In der Regel gibt es eine offene Schnittstelle für die Anbindung externer Dienste; nur bei manchen muss etwa eine SIP-Nebenstelle separat dazu gebucht werden.

3. Sonderfall Fritz!Box: Sie ist keine Telefonanlage, sondern ein DSL-Router mit Telefonfunktion. Kleine Praxen nutzen sie häufig, weil sie einfach einzurichten und kostengünstig ist. Möglich sind (je nach Anschluss, Modell und Telefonen) zwischen zwei und bis zehn Gespräche und auch eine SIP-Nebenstelle wird unterstützt. Wer aber Anrufe differenziert steuern oder mehrere Standorte anbinden möchte, stößt schnell an ihre Grenzen.

Welche Telefonanlage für eine Praxis die richtige ist, hängt von den individuellen Umständen und der Praxisstruktur ab. Tipp: Prüfen Sie vor der Entscheidung für eine Anlage, ob Ihr PVS eine Integration unterstützt und welche technischen Voraussetzungen dafür nötig sind. Fragen Sie Ihren PVS-Hersteller nach bestehenden Partnerschaften mit anderen digitalen Anbietern – das spart Konfigurationsaufwand.

Wie viele Sprachkanäle?

So etwa auch, wie viele Telefonverbindungen gleichzeitig (“Sprachkanal”) möglich sein sollen. Faustregel: Planen Sie für den Telefonanschluss/SIP-Trunk in kleineren Praxen mindestens 2, besser 4 Sprachkanäle für gleichzeitige externe Gespräche.

Kleine Praxen ohne digitale Tools arbeiten meist mit Warteschleife – hierfür sollten 2–3 Kanäle geplant werden. Eine Leitung braucht es für ausgehende Gespräche. Für kleine Praxen, die sich digitaler aufstellen wollen, sind mindestens vier Kanäle sinnvoll: Nr. 1 Patientenanruf, Nr. 2 Weiterleitung an Telefonassistenz/digitalen Tresen, Nr. 3 anschließende Durchstellung an die Praxis, Nr. 4 weiterer Anrufer.

Internetanschluss

Heute nutzen Praxen in der Regel VoIP (Voice over IP), also Telefonie via Internet. Damit die Leitung stabil genug ist, braucht es genügend Bandbreite für Telefonie und Praxissoftware. Zudem muss der Tarif die nötige Anzahl an Sprachkanälen unterstützen. Ein Standard-VDSL-50-Anschluss ist in der Regel das Minimum; für Praxen mit hohem Anrufvolumen oder mehreren Standorten empfiehlt sich Glasfaser.

Ein Nachteil von VoIP ist, dass bei einem Internetausfall auch das Telefon tot ist. Wer hierfür vorsorgen möchte, kann einen Anschluss über einen zweiten Anbieter oder über Mobilfunk (z.B. LTE-Router) anlegen.

Tipp: Damit Downloads oder Updates Telefonate nicht stören, richten Sie im Router eine Priorisierung für Sprachdaten ein. Die meisten Cloud-Telefonanlagen bieten Anleitungen dafür; bei der Fritz!Box ist die Funktion in den Netzwerkeinstellungen integriert.

Endgeräte

IP-Telefone werden per Netzwerkkabel angeschlossen und über die Cloud- oder On-Premise-Anlage konfiguriert. Für Praxisteams, die zwischen Sprechzimmer und Empfang wechseln, kann ein DECT-System (schnurloses Telefon über IP) sinnvoll sein. Headsets für die MFA am Empfang steigern die Effizienz, weil beide Hände frei bleiben.

Drei Punkte für den Datenschutz

Da beim Telefonieren sensible Daten kommuniziert und ggf. digital verarbeitet werden, spielen beim Datenschutz vor allem drei Prüfaspekte eine Rolle:

1. Rechenzentrum in Deutschland: Cloud-Anlagen (und andere digitale Tools) verarbeiten Gesprächsdaten auf Servern des Anbieters. Achten Sie darauf, dass diese Server in Deutschland stehen und nach anerkannten Standards zertifiziert sind (z. B. ISO 27001).

2. Datenminimierung und Löschfristen: Nach Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sollten nur die Daten erhoben werden, die für die Bearbeitung des Patientenanliegens nötig sind. Definieren Sie klare Löschfristen – eine automatische Löschung nach 30 Tagen ist ein guter Richtwert für anrufbezogene Daten, die nicht in die Patientenakte übernommen werden.

3. Zugriffssicherheit: Telefonanlage und angebundene Systeme sollten über sichere Authentifizierung, automatischen Logout, IP-Beschränkungen und Schutz vor Brute-Force-Angriffen verfügen.

Mögliche Interessenkonflikte: Der Autor ist bei PraxisConcierge beschäftigt.

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