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WidO-AnalyseJedes zweite verschriebene Antibiotikum war 2023 ein Reserveantibiotikum

2023 wurden insgesamt 36,1 Millionen Packungen Antibiotika im Wert von 792,1 Millionen Euro zu Lasten der GKV abgerechnet. Bei knapp jedem zweiten Antibiotikum handelte es sich um ein Reserveantibiotikum. Ein großes Problem: Es kommen nur sehr wenige neue Antibiotika auf den Markt.

In den vergangenen zehn Jahren waren nur 8 von 367 Wirkstoffen, die neu in den Markt eingeführt worden sind, Antibiotika.

Berlin. Die Antibiotika-Verordnungen in Deutschland sind erneut gestiegen. Im Jahr 2023 wurden bei der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) 36,1 Millionen Packungen Antibiotika abgerechnet, wie aus einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WidO) hervorgeht. Das seien rund 18 Prozent mehr als im Jahr 2022 (rund 30,5 Millionen).

Die Zahl der Verschreibungen liegt damit erstmals über dem Wert des Vor-Corona-Jahres 2019 (34 Millionen Packungen). Insgesamt seien 323,7 Millionen Tagesdosen Antibiotika verordnet worden, hieß es. Das sind laut Institut gut 486 Verordnungen pro 1.000 Versicherte. Am häufigsten seien die Medikamente mit 539 Verordnungen pro 1.000 GKV-Versicherte im Saarland verordnet worden. Am niedrigsten war die Zahl in Hamburg mit 328 Verordnungen pro 1.000 Versicherte.

Eigentlich waren die Antibiotika-Verordnungen deutschlandweit seit 2014 zurückgegangen. Seit 2022 steigt die Zahl wieder.

Nur acht neue Antibiotika in zehn Jahren

Der Analyse zufolge war im Jahr 2023 knapp jedes zweite Antibiotikum (15,7 Millionen Packungen; 43,4 Prozent) ein sogenanntes Reserveantibiotikum. Sie sind eine der letzten Therapieoptionen und können dann eingesetzt werden, wenn bei schweren, potenziell tödlich verlaufenden Infektionen der Erregernachweis nicht abgewartet werden kann, erinnert das Institut. Der Anteil an Reserveantibiotika an der Gesamtzahl der Antibiotikaverordnungen sei damit in den letzten Jahren zwar nicht wesentlich gestiegen, allerdings würden Reserveantibiotika immer noch zu häufig verschrieben.

Ein weiteres Problem: Es werden neue Antibiotika benötigt, die gegen die größer werdende Zahl resistenter Bakterien wirken. In den vergangenen zehn Jahren waren allerdings lediglich acht von insgesamt 367 Wirkstoffen, die neu in den Markt eingeführt worden sind, Antibiotika.

Antibiotikaverbrauch in der Tierhaltung weiter rückläufig

Bei Tieren hat sich ein Abwärtstrend beim Einsatz von Antibiotika den Angaben zufolge fortgesetzt. 2023 seien 529 Tonnen Antibiotika an Tierärzte abgegeben worden. Das sei der niedrigste Wert seit Beginn der Erfassung im Jahr 2011. Im Jahr 2014 zum Beispiel waren es noch 1.238 Tonnen.

Maßgeblich dazu beigetragen hat nach Angaben des WidO eine Anpassung im Tierarzneimittelgesetz, nach welcher der Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung auf das therapeutisch unverzichtbare Mindestmaß reduziert werden soll.

Quelle: dpa/red

 

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