Bei Kindern mit klinisch diagnostizierter ambulant erworbener Lungenentzündung ist eine Verkürzung der Antibiose auf drei Tage (mit Amoxicillin) im Vergleich zu einer längeren Therapie nicht unterlegen. Im Vergleich drei Tage versus fünf Tage Therapiedauer mit Amoxicillin ist die kürzere Therapiedauer sogar überlegen. Zu diesen Ergebnissen kommt ein Forschungsteam in einem IQWiG-Vorbericht.
Das Team analysierte hierzu sieben Studien mit insgesamt 8.590 Kindern im Alter zwischen zwei Monaten und zehn Jahren. Alle Kinder waren mit Amoxicillin behandelt worden. Unklar bleibe allerdings der Einfluss der Antibiotika-Therapiedauer bei weiteren häufig eingesetzten Antibiotika wie Amoxicillin-Clavulansäure, Clarithromycin oder Doxycyclin, heißt es in dem Bericht. Hierzu fehlten Studien, ebenso wie zur Antibiotika-Therapiedauer bei älteren Kindern und Jugendlichen.
Bei einer akuten Mittelohrentzündung hingegen führe eine verkürzte Therapiedauer eher zu schlechteren Behandlungsergebnissen. Zu dieser Frage analysierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zwölf Studien mit insgesamt 3.409 Kindern zwischen einem Monat und 14 Jahren.
Neun Studien lieferten Daten zum Endpunkt Therapieerfolg. „Für keinen der Vergleiche konnte ein Anhaltspunkt für Nichtunterlegenheit der kürzeren Therapiedauer gefunden werden. Viele Einzelstudien berichteten sogar statistisch signifikant schlechtere Raten von Therapieerfolg bei kürzerer Therapie“, heißt es im Bericht.