In den ersten drei Jahren nach einer Krebsdiagnose sterben in Deutschland zwar die meisten Menschen unmittelbar an ihrer Krebserkrankung. Allerdings ist auch das Risiko für drei nicht-krebsbedingte Todesursachen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung deutlich erhöht: Leberkrankheiten, Suizide und Infektionen. Das geht aus einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) hervor, das Daten von rund 423.000 Menschen aus dem Krebsregister Baden-Württemberg aus den Jahren 2013 bis 2020 ausgewertet hat.
Die standardisierte Mortalitäts-Ratio, also das Verhältnis zwischen der Sterbehäufigkeit in der untersuchten Kohorte und der Allgemeinbevölkerung, lag den Studienergebnissen zufolge bei Leberkrankheiten bei 2,02, bei Suizid bei 1,94 (also jeweils rund doppelt so hoch) und bei Infektionen bei 1,56.
“Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, bei der Langzeitbetreuung von Krebskranken nicht allein auf die Rezidivkontrolle zu fokussieren”, fasst Studienautor Professor Volker Arndt in einer Mitteilung des DKFZ zusammen. Auch Toxizitäten der eingesetzten Therapien seien zu berücksichtigen, zudem unterstreiche die Studie die Dringlichkeit einer psychologischen Begleitung der Betroffenen.
red
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