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Serie "Deximed"Komplementärmedizin in der Onkologie

Im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie der AWMF, der Deutschen Krebsgesellschaft und der Stiftung Deutsche Krebshilfe wurde die neue S3-Leitlinie "Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen" herausgebracht. Frage: Gibt es komplementäre Therapien mit guter Evidenz in der Onkologie?

Körperliche Inaktivität soll bei einer Krebserkrankung vermieden werden.

Unter dem Begriff “Komplementärmedizin” wird ein breites Spektrum diagnostischer und therapeutischer Verfahren zusammengefasst. In der wissenschaftsbasierten konventionellen Medizin werden idealerweise evidenzbasierte und wissenschaftlich fundierte Behandlungsmethoden eingesetzt.

Dagegen basiert die Komplementärmedizin häufig auf traditionellen oder erfahrungsbasierten Heilmethoden. Der Begriff “komplementär” bedeutet auch in diesem Zusammenhang “ergänzend”. Das heißt, die Komplementärmedizin soll als Ergänzung zur konventionellen Medizin verstanden und nicht als alleinige Therapie eingesetzt werden.

Therapieentscheidung gemeinsam treffen

Viele onkologische Patientinnen und Patienten setzen in der Hoffnung auf Linderung oder Heilung auf komplementärmedizinische Methoden. Für Betroffene werden viele verschiedene komplementäre Heilmethoden angeboten, auch in palliativen Situationen.

Allerdings ist es für Personen ohne medizinische Kenntnisse schwierig, sich zu informieren. Der Markt ist riesig, verlässliche evidenzbasierte Informationen sind für Betroffene schwer zu finden. Ohne Informationen zu Wirksamkeit, zu Nebenwirkungen und Interaktionen mit konventionellen onkologischen Therapien kann kaum eine bewusste Entscheidung für oder gegen eine Behandlungsmethode getroffen werden.

Wir fassen die vorhandene Evidenz zusammen und liefern, basierend auf der Leitlinie, Positiv-, Weder-noch- und Negativempfehlungen zu einzelnen Methoden und Wirkstoffen (s. Kasten unten). So können Sie Ihre Patientinnen und Patienten gut beraten und gemeinsam eine Therapieentscheidung treffen.

Für Akupunktur beispielweise können positive Empfehlungen gegeben werden. Sie sollte laut Leitlinie unter anderem gegen Tumorschmerzen eingesetzt werden. Dadurch können Analgetika eingespart werden. Ebenso kann Akupressur z. B. zur Reduktion von Übelkeit und zur Schmerzlinderung zur Anwendung kommen.

Dagegen gibt es für die Homöopathie keine ausreichenden Daten aus randomisierten kontrollierten Studien (RCT) zur Beeinflussung von Mortalität, Morbidität und Lebensqualität. Zu den klassischen Naturheil-verfahren gehören Phytotherapie, Hydrotherapie, Ernährungstherapie, Bewegungstherapie und Ordnungstherapie.

Für keine dieser Methoden kann eine Wirksamkeit auf Mortalität, krankheits- und therapieassoziierte Morbidität und Lebensqualität belegt werden.

Positive Empfehlung für Sport und Bewegung

Die einzige starke (“soll”) Positiv-Empfehlung kann für Sport und Bewegung für Tumorpatientinnen und -patienten gegeben werden. Körperliche Inaktivität soll vermieden werden. Empfohlen sind pro Woche 150 min moderate oder 75 min anstrengende Aktivität.

Unter Trainingsanleitung soll die körperliche Aktivität die Elemente Ausdauertraining, Krafttraining, Koordinationstraining und Beweglichkeitstraining enthalten. Ziel ist die Behandlung bzw. Prävention von Fatigue und der Erhalt der Lebensqualität.Positive (“sollte”) Empfehlungen gibt es für Yoga und Tai Chi/Qigong gegen Fatigue.

Zahlreiche Weder-noch- Empfehlungen

Aufgrund unzureichender Datenlage gibt es zahlreiche Weder-noch-Empfehlungen. Das heißt, ein Wirkstoff oder ein Verfahren kann weder empfohlen noch abgelehnt werden. Dies gilt beispielsweise für Cannabinoide gegen Anorexie und Kachexie, Aloe vera zur Linderung strahleninduzierter Hautschäden oder Mistel zur Verlängerung der Überlebenszeit.

Negativempfehlungen gelten u. a. für Bioenergiefeld-Therapien, Osteopathie bei verminderter Knochen-stabilität, Hyperthermie, ketogene Diäten, Vitamin A, Vitamin E, Methadon und Johanniskraut.

Fazit: Die Beratung onkologischer Patientinnen und Patienten mit dem Wunsch nach komplementärmedizinischen Therapien sollte ergebnisoffen erfolgen. Manche komplementärmedizinische Methode kann eine sinnvolle Ergänzung zur konventionellen Tumortherapie sein. Allerdings sollten Evidenzlage und Unbedenklichkeit jedes komplementären Therapieansatzes überprüft werden. Insbesondere eine Verbesserung der Lebensqualität und eine Symptomlinderung können mit komplementären Methoden durchaus erreicht werden.

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