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ForschungsergebnisseSicher oder nicht? MS-Medikamente in der Schwangerschaft

Sollte eine krankheitsmodifizierende Therapie bei MS-Patientinnen während einer Schwangerschaft unterbrochen werden?

Sollte eine krankheitsmodifizierende Therapie (Disease Modifying Therapy, DMT) bei Frauen mit Multipler Sklerose (MS) während einer Schwangerschaft unterbrochen werden? Um diese Frage zu klären, hat ein Forschungsteam der Universitäten Bochum und Düsseldorf Daten zu 2.885 Schwangerschaften aus dem Deutschen Multiple Sklerose und Kinderwunsch-Register ausgewertet.

Die Frauen wurden mit Interferonen, Glatirameracetat, Dimethylfumarat, Teriflunomid, S1P-Modulatoren (Fingolimod, Ponsimod), Alemtuzumab, Natalizumab, Anti-CD20-Antikörpern (Rituximab, Ocrelizumab, Ofatumumab) oder Cladribin behandelt. Verglichen wurden die Daten mit denen von 837 Schwangeren, die keine MS-Medikamente erhalten hatten.

  • Geburtsgewicht: Für die Gesamtkohorte war das Risiko für ein geringes Geburtsgewicht erhöht (18,8 Prozent), wobei auch das Risiko bei unbehandelten Frauen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erhöht war (17,6 vs 10 Prozent). Besonders ausgeprägt war das Risiko bei S1P-Modulatoren (27,4 Prozent) und Anti-CD20-Antikörpern (24,1 Prozent).
  • Spontanaborte, Frühgeburten, schwere angeborene Fehl­bildungen: Hier gab es keinen statistischen Zusammenhang. Aufgrund geringer Fallzahlen bei Cladribin, Teriflunomid und Alemtuzumab könne aber keine klare Aussage gemacht werden, berichtet die Universität Bochum in einer Mitteilung.
  • Schwere Infektionen waren insgesamt selten. Bei Schwangerschaften ohne Medikamente traten sie bei etwa 1 Prozent auf. Bei Schwangerschaften mit Fumarat- oder Alemtuzumab-Exposition waren sie signifikant etwas häufiger (2,8 bzw. 9,1 Prozent).

Fazit für die Praxis: Während die meisten DMT das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen nicht erhöhen, steigert die Exposition mit S1P-Modulatoren, Natalizumab und Anti-CD20-Antikörpern das Risiko für niedriges Geburtsgewicht und verlangsamtes intrauterines Wachstum, so das Team. Dies seien Risikofaktoren für fetalen und neonatalen Tod sowie für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen im späteren Leben.

Quellen:

  1. doi 10.1016/j.lanepe.2024.101137
  2. Mitteilung der Universität Bochum vom 18. Dezember 2024
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