Immunchemische Tests auf okkultes Blut im Stuhl („fecal immunochemical test“, FIT bzw. „immunochemical fecal occult blood test“ iFOBT) können in Bezug auf Sensitivität und Spezifität mit den weitaus teureren DNA-Stuhltests mithalten.
Das berichtet ein Forschungsteam des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Ab einem Alter von 50 Jahren haben in Deutschland GKV-Versicherte jährlich (ab 55 Jahren alle zwei Jahre) Anspruch auf einen FIT. Seit einigen Jahren sind in den USA Tests auf dem Markt, die zusätzlich auch tumorspezifische DNA im Stuhl aufspüren („multitarget stool DNA test“, MSDT).
Sie haben sich in Studien als deutlich empfindlicher erwiesen als die FITs, allerdings auch als weniger spezifisch. Trotz ihres weitaus höheren Preises werden MSDT in den USA immer häufiger zur Darmkrebs-Früherkennung eingesetzt.
Ein Forschungsteam des DKFZ hat nun in einer Studie festgestellt, dass es mit den konventionellen FITs möglich ist, die gleiche Spezifität und Sensitivität zu erreichen wie mit MSDT – zu weitaus geringeren Kosten.
In der Studie wurden bei 7.190 Teilnehmerinnen und Teilnehmern einer Vorsorge-Koloskopie zusätzlich Stuhlproben mit einem FIT untersucht. Durch den Vergleich der Ergebnisse mit den Befunden der Koloskopie konnte das Team dann ermitteln, wie häufig durch den FIT Darmkrebs und seine Vorstufen entdeckt worden wären.
Ergebnis: Lag der Schwellenwert bei dem vom Hersteller angegebenen Wert von 17 μg/g, wurde mit dem FIT zunächst eine geringere Sensitivität erreicht als mit dem MSDT (89,5 versus 93,9 Prozent), allerdings eine höhere Spezifität (93,2 Prozent versus 90,6 Prozent).
Wurde der Schwellenwert des FIT aber so gewählt, dass er vergleichbar häufig positiv ausfällt wie der MSDT (das war bei einem Schwellenwert von 11,7 μg/g der Fall), konnte mit dem FIT eine höhere Spezifität und die gleiche Sensitivität erreicht werden als mit dem mehr als 20-mal teureren MSDT.
red
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