Studien werden oft falsch ausgelegt. Hausärztliche Praxis bietet daher die CME-Fortbildung “Studien richtig lesen” an. Diese können auch Praxisteams nach kostenfreier Registrierung auf hausaerztlichepraxis.digital/cme zur Fortbildung einsehen (für die Beantwortung des CME-Fragebogens ist jedoch eine Anmeldung mit Angabe der EFN unter www.fobi.digital nötig).
Ein Beispiel, warum Studienergebnisse zu Missverständnissen führen können, ist die nicht genaue Darstellung von absoluten und relativen Angaben.
Sehr kleine absolute Unterschiede lassen sich in prozentualer Darstellung eindrucksvoll aufblähen: Sinkt etwa das Risiko für eine Erkrankung von 2 auf 1 pro 100.000, ist dies eine Halbierung des relativen Risikos. Die Prozentangabe „-50 Prozent“ suggeriert allein aber eine Bedeutung, die so nicht gegeben ist.
Zum Vergleich: Sinkt das Risiko von 2 auf 1 pro 10 Personen, handelt es sich um die gleiche Risikorelation, ist klinisch aber wesentlich relevanter. Merke: Die Angabe der absoluten Zahlen ist also unverzichtbar, um die tatsächlichen Risikoverhältnisse zu verstehen.
Andererseits werden oft nur absolute Zahlen angegeben, um Gefahren zu betonen. 8.000 neu an einer Krebsart Erkrankte ist ohne Bezug schwierig zu interpretieren. Es braucht eine Bezugsgröße wie: Dies sind ein Zehntausendstel der Deutschen.
Ebenso sinnlos sind alleinstehende absolute Zahlen bei der Angabe der im Haushalt Verunglückten, wenn keine Bezugsgrößen für einen Vergleich vorhanden sind.
Merke: Bei der alleinigen Angabe von relativen oder absoluten Zahlen jeweils die entsprechenden fehlenden Angaben suchen, um die Situation vollständig zu erfassen. Eine (zu) selten berichtete Angabe, die das Verständnis von Therapieeffekten vereinfacht, ist die Number Needed to Treat (NNT). Sie sagt aus, wie viele Personen mit einer Intervention behandelt werden müssen, um bei einer Person einen Therapieerfolg zu sehen.
Merke: Je kleiner die NNT ist, desto besser.
red
