Der Überfall Russlands auf die Ukraine macht uns alle fassungslos. Der Deutsche Hausärzteverband und seine 18 Landesverbände haben in einer gemeinsamen Erklärung diesen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf das Schärfste verurteilt (siehe Artikel “Kaum Personal, kaum Material – aber große Hilfsbereitschaft”).
Er bringt unermessliches Leid über unschuldige Ukrainerinnen und Ukrainer. Als Hausärztinnen und Hausärzte, aber natürlich auch als Bürgerinnen und Bürger, stehen wir fest an ihrer Seite.
Millionen Menschen sind gezwungen, aus der Ukraine zu fliehen. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, damit die Menschen schnell und unbürokratisch die medizinische Hilfe bekommen, die sie benötigen. Ein herzlicher Dank gilt insbesondere den Kolleginnen und Kollegen und ihren Teams, die sich bereits in den vergangenen Wochen engagiert haben!
Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist die psychologische Betreuung der Geflüchteten, denn viele haben Schreckliches erlebt. Außerdem erwarten wir auch viele Patientinnen und Patienten aus der Ukraine, die unter schweren, chronischen Erkrankungen leiden und eine langfristige und dauerhafte medizinische Versorgung benötigen. Nicht nur hier werden die Kompetenzen der Hausärztinnen und Hausärzte gefragt sein.
Ich bin froh, dass die Politik auf Bundes- und Landesebene, die Kommunen und die organisierte Ärzteschaft gewillt sind, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte dürfen mit dieser Herausforderung keinesfalls allein gelassen werden.
Es ist Aufgabe der Politik, die Rahmenbedingungen so auszugestalten, dass wir uns auf unsere Kernkompetenz konzentrieren können: Die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten – unabhängig von der Herkunft.
Bereits bei der Bewältigung vergangener Flüchtlingswellen, aber auch in der Corona-Krise haben wir gezeigt, dass man sich auch im Notfall auf uns Hausärztinnen und Hausärzte verlassen kann – das wird auch für diese Notlage gelten.
Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender Deutscher Hausärzteverband e. V.
