Berlin. “Die allerwenigsten Patientinnen und Patienten haben sich ihre ePA einmal angeschaut. Das liegt allen vor allem an dem absurd komplizierten Registrierungsprozess, der selbst digital affine Menschen irgendwann frustriert aufgeben lässt”, erklärt Dr. Markus Beier, Bundesvorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands am Mittwoch (13.2.). Viele wüssten auch gar nicht, dass sie eine ePA besitzen.
Derzeit sei sie vor allem “eine unsortierte PDF-Sammlung, mit der Praxen im Alltag nur wenig anfangen können”, so Beier weiter. Mühsam müssten sich die Ärztinnen und Ärzte durch unzählige Dokumente arbeiten, es fehle eine Volltextsuche.
Massive technische Störungen
Ein großes Problem sei auch, dass es bei dem Netzwerk, auf der die ePA läuft, zu massiven Störungen und Ausfällen komme. “Das frisst in den Praxen unglaublich viel Zeit und sorgt für enormen Frust”, kritisiert Beier.
Der allergrößte Teil der Praxen nutze die ePA und stelle Dokumente ein. “Die ePA scheitert derzeit also nicht an den Praxen, sondern an der mangelhaften Umsetzung und der störungsanfälligen Technik”, so Beiers Resümee.
Nützliche Anwendungen fehlen
Auch aus Sicht der Verbraucherzentralen müssten die ePA mit mehr nützlichen Anwendungen für Versicherte attraktiver werden. Die Chefin des Bundesverbands, Ramona Pop, sagte, die E-Akten seien noch nicht im Alltag der Menschen angekommen.
“Das ist wenig überraschend, denn zentrale Funktionen, wie digitale Impf- oder Bonushefte, fehlen weiterhin.” Bislang bleibe die ePA hinter den Erwartungen zurück. Damit sie ihr volles Potenzial entfalten könne, muss sie zügig weiterentwickelt werden.
Kein persönlicher Nutzen erkennbar
Bisher nutzen Millionen Versicherte ihre E-Akte nicht aktiv, um ihre Daten anzusehen oder auch sensible Inhalte zu sperren.
In einer Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands nannten drei Viertel (75 Prozent) als Grund, sich “noch nicht damit auseinandergesetzt” zu haben, ein Drittel (33 Prozent) sieht “keinen persönlichen Nutzen”. red mit Material von dpa
