Der Gesundheitsbereich steht unter Druck, die Herausforderungen sind hoch. “Wir müssen mit den Ressourcen zielgerichteter umgehen”, erklärte Dr. Wolfgang Ritter, Vorstandsvorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Bayern, bei einer Pressekonferenz am 14. April im Vorfeld des Bayerischen Hausärztinnen- und Hausärztetages.
Mit der HZV, an der bundesweit bereits elf Millionen Versicherte freiwillig teilnehmen und HÄPPI (Hausärztliches Primarversorgungszentrum – Patientenversorgung interprofessionell) habe man die richtigen Konzepte an der Hand, um die ambulante und wohnortnahe Versorgung auch in Zukunft abzusichern, erklärte Ritter. Die Zahlen aus den neun Praxen in Bayern, die seit dem vergangenen Jahr HÄPPI erproben, zeigten auch: HÄPPI funktioniert.
Mit diesem Konzept könnten die Hausärztinnen und Hausärzte dank der Delegationsmöglichkeit an nichtärztliches, hochqualifiziertes Praxispersonal die Herausforderungen im Gesundheitssystem stemmen. Die Kritik, dass Hausärztinnen und Hausärzte überlastet seien und jetzt schon keine Hausbesuche mehr anbieten würden, weist Dr. Petra Reis-Berkowicz, erste stellvertretende Vorsitzende, zurück.
Bei vielen Routinehausbesuchen würden Hausärztinnen und Hausärzte zudem von den speziell ausgebildeten VERAH, von denen es bereits tausende gebe, unterstützt. “Wir sind schon jetzt nicht nur die Lotsen im System”, fügte Ritter hinzu, “sondern 80 Prozent der Fälle werden in den Hausarztpraxen abschließend geklärt.”
red