Dass der Zulassungsausschuss zukünftig Anträge von Krankenhäusern, die zur ambulanten Versorgung zugelassen sind, im Bereich der hausärztlichen Versorgung genehmigen muss, nahm beim 27. Gesundheitspolitischen Workshop in Erfurt viel Raum für Diskussionen ein. Zu dem Workshop am 17. und 18. Januar hatte der Hausärztinnen- und Hausärzteverband Thüringen die Vorstände der ostdeutschen Landesverbände und Berlin sowie die hausärztlichen Vorstände der Kassenärztlichen Vereinigungen geladen.
Diese von den Zulassungsausschüssen erteilten Genehmigungen müssten derzeit nicht verpflichtend zurückgenommen werden, kritisierten die Ärztinnen und Ärzte. Im fachärztlichen Bereich sei das anders geregelt: Bei ausreichend ambulanter fachärztlicher Versorgung müsse die Zulassung wieder entzogen werden. Dies müsse im hausärztlichen Bereich analog geregelt werden: Wenn ausreichend hausärztliche ambulante Strukturen vorhanden sind, so müssen Genehmigungen der Krankenhäuser zur ambulanten hausärztlichen Versorgung auch wieder zurückgenommen werden können. Diese Gesetzeslücke zu schließen, müsse gemeinsames politisches Ziel der nächsten Legislatur werden.
Weiteres Thema war der Einsatz der Künstlichen Intelligenz (KI) in der Medizin. Von Chatbots über Digitale Gesundheitsanwendungen bis hin zur Texterkennung und dem kompletten Berichtswesen in der Medizin – diese und weitere Entwicklungen würden den Praxisalltag in Zukunft beeinflussen.
Die Teilnehmenden äußerten sich am Ende der Veranstaltung sehr zufrieden: Der Austausch zwischen Körperschaften und Verbänden sei eine wichtige Basis, um Probleme der hausärztlichen Versorgung zu lösen.