Hiermit loggen Sie sich bei DocCheck aus.
Abbrechen

Hausärztinnen- und HausärzteverbandHausärzte kontern Kassen-Kritik an HZV

In der aktuellen Debatte um mehr Patientensteuerung hat der Verband der Ersatzkassen (vdek) ein neues Modell anstelle der HZV vorgeschlagen. Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband kontert scharf: Die Kritik an der HZV sei „schlichtweg falsch“, die vorgeschlagene Idee „realitätsfern“.

Radar: Hausärztinnen und Hausärzte nehmen im Gesundheitssystem eine wichtige Lotsenfunktion wahr.

Berlin. Den Vorschlag des Verbands der Ersatzkassen (vdek), dass Versicherte in der Regelversorgung für mehr Steuerung künftig durch ein „persönliches Ärzteteam“ betreut werden könnten, weist der Hausärztinnen- und Hausärzteverband deutlich zurück. Das vorgeschlagene Modell sei „realitätsfern“, entgegnet Dr. Markus Beier, Bundesvorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, am Donnerstag (27. März). „Es ist absurd anzunehmen, dass die Versorgung der Patientinnen und Patienten effizienter wird, wenn vier unterschiedliche Ärzte gleichzeitig steuern. Da ist Chaos vorprogrammiert.“

Zudem seien die geäußerten Behauptungen gegen die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) „schlichtweg falsch“.

Zum Hintergrund: Der vdek hatte in der aktuellen Debatte um Patientensteuerung, die auch in den Koalitionsverhandlungen ein zentrales Thema ist, vorgeschlagen, jeder Versicherte könne sich einen Hausarzt und bis zu drei grundversorgende Fachärzte aussuchen, etwa einen Kardiologen, einen Orthopäden und einen Diabetologen. Diese könne er dann direkt aufsuchen. Die Verpflichtung auf das „persönliche Ärzteteam“ würde jeweils ein Jahr gelten.

Hausärzte erinnern an wissenschaftliche Evaluation

Damit verbunden hatte der vdek die Versorgungsvorteile durch die HZV in Frage gestellt. In Medienberichten wurden dazu verschiedene Zahlen zitiert, die sogar höhere Kosten in der HZV als in der Regelversorgung nahelegen.

“Die Analysen wurden für die offizielle Meldung ans Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) erstellt, es handelt sich nicht um eine veröffentlichte Studie”, teilt der vdek auf Anfrage der Redaktion von Hausärztliche Praxis mit. Beobachtet wurden dem vdek zufolge in den Jahren 2017 bis 2019 175.000 Versicherte, die in die HZV eingeschrieben waren, sowie eine gleiche Zahl “statistischer Zwillinge”, also Versicherte mit gleichem Alter, Morbidität etc. in der Regelversorgung. “Die Ergebnisse variieren natürlich von Region zu Region,” heißt es einschränkend.

Beier erinnert hingegen an veröffentlichte wissenschaftliche Evaluationen, die belegen, dass die mittlerweile insgesamt zehn Millionen in die HZV eingeschriebenen Versicherten von einer besseren und koordinierteren Versorgung profitieren. Gleichzeitig sparen die Krankenkassen demnach Geld ein, da unter anderem unnötige Doppeluntersuchungen vermieden und Krankenhauseinweisungen reduziert werden können.

Die HZV wird seit ihrem Start vor über 15 Jahren fortlaufen durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt und des Universitätsklinikums Heidelberg evaluiert.

“Seit Jahren keine Praxis von innen gesehen”

Der Vorstoß der „persönlichen Ärzteteams“ sei in der Versorgungsrealität zudem nicht umsetzbar, unterstrich Beier. „In der Praxis würde das bedeuten, dass jede Ärztin oder Arzt sich mit hunderten unterschiedlicher Versorgerteams abstimmen müsste, denn jeder Patient hätte ja ein anderes. So etwas kann sich nur jemand ausdenken, der seit Jahren keine Praxis von innen gesehen hat.“

Gerade in ländlichen Regionen sei zudem die Verfügbarkeit von Facharztterminen schon heute problematisch.

E-Mail-Adresse vergessen? Schreiben Sie uns.
Passwort vergessen? Sie können es zurücksetzen.
Nur wenn Sie sich sicher sind.

Sie haben noch kein Passwort?

Gleich registrieren ...

Für Hausärztinnen und Hausärzte, Praxismitarbeitende und ÄiW (Allgemeinmedizin und Innere Medizin mit hausärztlichem Schwerpunkt) ist der Zugang immer kostenfrei.

Mitglieder der Landesverbände im Hausärztinnen- und Hausärzteverband profitieren außerdem von zahlreichen Extras.

Hier erfolgt die Registrierung für das Portal und den Newsletter.


Persönliche Daten

Ihr Beruf

Legitimation

Die Registrierung steht exklusiv ausgewählten Fachkreisen zur Verfügung. Damit Ihr Zugang freigeschaltet werden kann, bitten wir Sie, sich entweder mittels Ihrer EFN zu legitimieren oder einen geeigneten Berufsnachweis hochzuladen.

Einen Berufsnachweis benötigen wir zur Prüfung, wenn Sie sich nicht mittels EFN autorisieren können oder wollen.
Mitglied im Hausärzteverband
Mitglieder erhalten Zugriff auf weitere Inhalte und Tools.
Mit der Registrierung als Mitglied im Hausärzteverband stimmen Sie zu, dass wir Ihre Mitgliedschaft überprüfen.

Newsletter
Sie stimmen zu, dass wir Ihre E-Mail-Adresse für diesen Zweck an unseren Dienstleister Mailjet übermitteln dürfen. Den Newsletter können Sie jederzeit wieder abbestellen.

Das Kleingedruckte
Die Zustimmung ist notwendig. Sie können Sie jederzeit widerrufen, außerdem steht Ihnen das Recht zu, dass wir alle Ihre Daten löschen. Jedoch erlischt dann Ihr Zugang.
Newsletter abbestellen

Wenn Sie den Newsletter abbestellen wollen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an und wählen Sie die gewünschte Funktion. Wir senden Ihnen dann eine E-Mail zur Bestätigung.