Infektionen wie Keuchhusten können ein mögliches Risiko für den plötzlichen Kindstod sein. Darauf macht das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aufmerksam. Mit der Berliner Charité und der Uni Würzburg hat die Behörde Krankenhausdaten von 1980 bis 2020 ausgewertet. Demnach hänge die Zahl der Pertussisfälle und die Rate beim plötzlichen Kindstod statistisch zusammen.
Die Studie zeigte auch, dass sich parallel mit der Wiederaufnahme der Keuchhusten-Impfempfehlung durch die Ständige Impfkommission (STIKO) und der gleichzeitigen Änderung der Empfehlung zur Schlafposition in Rückenlage die Rate beim plötzlichen Kindstod von 1,68 (pro 1.000 Lebendgeburten) im Jahr 1991 auf 1,18 im Jahr 1992 verringerte – und damit um 30 Prozent.
Anders im Gebiet der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR): Dort lag die Rate bereits 1991 mit 0,79 deutlich darunter. In der DDR war auch in den 1970er- und 1980er-Jahren durchgehend gegen Keuchhusten geimpft worden.
In Westdeutschland hingegen waren in den 1970er- und 80er-Jahren die Impfquoten rückläufig, da viele über mögliche Komplikationen verunsichert waren. In dieser Zeit gab es hier die meisten Fälle von plötzlichem Kindstod. Mit der Wiederaufnahme der Keuchhustenimpfung sank die Rate bundesweit bis 2020 auf 0,1.
red
Quelle: doi 10.1186/s12887-025-05429-7