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Soziale Medien“Paracetamol Challenge”: Warnung vor gefährlicher Mutprobe

Unter dem Namen „Paracetamol Challenge“ führen sich Jugendliche überdurchschnittlich hohe Mengen an Paracetamol zu und dokumentieren dies in Sozialen Medien. Ziel ist es, eine möglichst hohe Dosis zu überleben. Der Trend verbreite sich aktuell in Belgien und der Schweiz, warnt Pharma Deutschland.

Bei der "Paracetamol Challenge“ nehmen Jugendliche bewusst über der zugelassenen Dosierung liegende Mengen an Paracetamol ein.

Berlin. Der Verband Pharma Deutschland weist in einer aktuellen Mitteilung auf die Gefahren einer sogenannten „Paracetamol Challenge“ hin. Bei dieser nehmen Jugendliche bewusst über der zugelassenen Dosierung liegende Mengen an Paracetamol ein und berichten davon in den Sozialen Medien. Ziel sei es, eine möglichst hohe Dosis zu überleben. Der Trend komme ursprünglich aus den USA und verbreitet sich derzeit in Belgien und der Schweiz.

Paracetamol ist bekanntlich in einer Gesamtwirkstoffmenge von bis zu 10 g je Packung zur symptomatischen Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen wie Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Regelschmerzen und/oder von Fieber ohne Rezept erhältlich.

Eine missbräuchliche Einnahme von hohen Dosen von Paracetamol, die die zugelassene Dosierung um ein Vielfaches überschreiten, kann zu schwerwiegenden Leberschäden mit tödlichem Ausgang führen, erinnert die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), die ebenfalls auf die Warnung von Pharma Deutschland hinweist.

Paracetamol werde in der Leber vorwiegend über die Konjugation mit Glucuronsäure und Schwefelsäure metabolisiert. Ein geringer Teil werde über Cytochrom P450 CYP2E1 u. a. zu dem hochreaktiven, toxischen N-Acetyl-p-benzochinonimin (NAPQI) metabolisiert. NAPQI werde jedoch bei therapeutischen Dosierungen von Paracetamol durch die Konjugation mit Glutathion unmittelbar inaktiviert und könne daher keinen Leberschaden erzeugen.

“Bei einer Paracetamolintoxikation ist aufgrund eines relativen Glutathionmangels die Kapazität der Leber zur Konjugation von NAPQI überschritten, sodass dieser toxische Metabolit an hepatozelluläre Proteine binden und so seine zytotoxische Wirkung mit dem Resultat von Leberzellnekrosen entfalten kann. Durch die geringe Geschwindigkeit der Stoffwechselprozesse kann bis zum Auftreten von Symptomen eine Latenzzeit von bis zu mehreren Stunden bestehen”, berichtet die AkdÄ.

Der Verlauf einer Paracetamol-Vergiftung sei häufig schleichend, mit unspezifischen Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen im Oberbauch. Patienten könnten in den ersten 24–48 Stunden symptomfrei sein.

“Um die Konjugation von NAPQI auch bei Erschöpfung der endogenen Glutathionreserven zu ermöglichen, steht das Antidot Acetylcystein als SH-Gruppen-Donator zur Verfügung. Die Notwendigkeit einer spezifischen Antidotbehandlung kann durch das Rumack-Mathew-Nomogramm, das die Wahrscheinlichkeit einer Schädigung der Leber angibt, ermittelt werden.  Für die Benutzung des Nomogramms benötigt man allerdings die Konzentrationsbestimmung von Paracetamol im Blut, die in der klinischen Praxis nicht immer zeitnah zur Verfügung steht.”

Angesichts der Irreversibilität der durch NAPQI verursachte Leberzellnekrose sei bereits beim hinreichenden Verdacht auf eine Paracetamol-Überdosierung die intravenöse Gabe von Acetylcystein indiziert.

red

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