Dieser Beitrag ist eine Sonderveröffentlichung mit freundlicher Unterstützung von Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
AuffrischimpfungPertussis ernst nehmen – Impflücken schließen
4 Min.
19. Feb. 2025
Im vergangenen Jahr haben die Keuchhustenfallzahlen ihren Höchstwert seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2013 erreicht [1]. Zu den möglichen Gründen zählen zyklische Pertussis-Wellen alle 4-6 Jahre, eine reduzierte Erregerzirkulation während der Pandemie und unzureichende Impfquoten - insbesondere unter Personen mit ausstehender Auffrischung sowie Schwangeren [1]. Mit einer entsprechenden Empfehlung können Ärztinnen und Ärzte dazu beitragen, diese Impflücken zu schließen.
Die Pertussis-Impfung gehört zu den von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Standardimpfungen [2]. Säuglinge sind am häufigsten von Pertussis betroffen. Pertussis kommt aber in allen Altersgruppen vor. Besonders Erwachsene mit respiratorischen Vorerkrankungen, chronischen Erkrankungen sowie Ältere haben ein erhöhtes Risiko von Komplikationen einer Pertussiserkrankung [3].
Obwohl Ärztinnen und Ärzte die Bedeutung der Pertussis-Impfung bei Erwachsenen anerkennen, räumen sie ihr im Vergleich zu Vakzinen gegen andere impfpräventable Erkrankungen eine geringere Priorität ein. Das geht aus einer kürzlich veröffentlichten Verhaltensstudie hervor, an der insgesamt 800 Ärztinnen und Ärzte aus den USA (n=400), Frankreich (n=200) und Deutschland (n=200) teilnahmen [4].
Nach eigenen Angaben waren 65% der Befragten von der Relevanz der Pertussis-Impfung für alle Erwachsenen überzeugt. Demgegenüber stufte ein höherer Anteil von ihnen Impfungen gegen Covid-19 (82%), Influenza (81%), Pneumokokken (76%) und Tetanus (73%) als wichtiger ein [4]. Viele Ärztinnen und Ärzte unterschätzen bei gesunden Erwachsenen das Risiko einer Pertussiserkrankung und betrachten diese häufig als Kinderkrankheit. In der Folge unterbleibt oft eine Impfung der Erwachsenen [4].
Patientinnen und Patienten unterschätzen das Risiko
Die größte Gefährdung durch Pertussis sahen die Ärztinnen und Ärzte bei immungeschwächten Menschen und Personen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen. Trotz dieses Bewusstseins waren die Empfehlungen für eine Pertussisimpfung bei Hochrisikogruppen nach wie vor nur mäßig und lagen bei unter 60% [4].
Der Einschätzung der Medizinerinnen und Mediziner nach nahmen jedoch nur zwei Drittel der erwachsenen Patientinnen und Patienten, denen sie eine Impfung gegen Keuchhusten empfahlen, diese auch wahr [4].
Als einen Hauptgrund dafür, dass Patientinnen und Patienten eine Pertussis-Impfung trotz Empfehlung ablehnten, nannten die Befragten eine geringe Wahrnehmung des persönlichen Risikos für Keuchhusten [4]. Weitere Gründe waren auch eine allgemeine Impfskepsis sowie die Sorge vor Nebenwirkungen [4]. Dies spiegelt sich in niedrigen Impfquoten bei Erwachsenen in Deutschland von nur 49,8% (im Jahr 2021) wider [6].
Ärztinnen und Ärzte spielen eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der Impfempfehlung zum Schutz der Gesundheit ihrer Patientinnen und Patienten. Sie erkennen zwar die Risiken von Pertussis bei Erwachsenen mit Vorerkrankungen, jedoch führt dies nicht zu verstärkten Impfempfehlungen. Welche Folgen das nach sich ziehen kann, zeigen die ungewöhnlich hohen Pertussis-Fallzahlen des letzten Jahres [1].
Pertussis-Fallzahlen steigen
Nach vier Jahren mit relativ niedrigen Fallzahlen im Rahmen der Covid-19-Pandemie kam es Mitte 2023 zu einem erneuten Anstieg (siehe Abb. 1) [1]. 2024 betrug die durchschnittliche wöchentliche Inzidenz das Zweifache im Vergleich zu den präpandemischen Jahren 2015 bis 2019. Im Jahr 2024 wurden 24.882 Fälle [6], und damit die höchste Fallzahl seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2013, gemeldet [1].
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