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StudienergebnissePandemiefolgen in Deutschland: 2,3 Millionen verlorene Lebensjahre

Künftig müssen sich die europäischen Länder deutlich besser auf eine Pandemie vorbereiten. So lautet das Fazit eines Forschungsteams, das berechnet hat, wie viele Lebensjahre in Europa durch Covid-19 verloren gegangen sind. Besonders betroffen waren demnach Estland und Polen – Deutschland landet im Mittelfeld.

Mehr als die Hälfte der verlorenen Lebensjahre hätte bei guter Gesundheit verbracht werden können, wäre die Pandemie nicht gewesen.

Fünf Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie hat ein internationales Forschungsteam berechnet, wie viele Lebensjahre in 18 europäischen Ländern mit einer Gesamtbevölkerung von 289 Millionen Menschen über 35 Jahren durch Covid-19 verloren gegangen sind: Insgesamt sind es im Zeitraum 2020-2022 ganze 16,8 Millionen Lebensjahre („person-years of life lost“, PYLL).

Mehr als die Hälfte dieser Lebensjahre hätte der Berechnung zufolge bei guter Gesundheit und ohne Einschränkungen verbracht werden können, wäre die Pandemie nicht gewesen. Allein in Deutschland sind den Ergebnissen zufolge 2,3 Millionen PYLL durch frühzeitigen Tod verloren gegangen. Im Vergleich mit anderen Ländern liegt Deutschland damit im Mittelfeld.

Das Forschungsteam nutzte für die Berechnung Daten zu dem hypothetische Szenario, in dem nie eine Pandemie stattgefunden hätte. Aus dem Vergleich dieser Ergebnisse mit dem Modell mit realen Pandemiedaten ergab sich die Einschätzung zu den durch die Pandemie verursachten PYLL.

Auch verzögerte Gesundheitsdienstleistungen kosteten Lebensjahre

Während der Pandemie gab es sowohl direkt durch Covid-19 ausgelöste PYLL, als auch indirekte, etwa aufgrund von verzögerten Gesundheitsdienstleistungen und negative Effekte von Pandemie-Maßnahmen auf die Gesundheit, berichtet das Team. Von den verlorenen 16,8 Millionen Lebensjahren seien 11,6 bis 13,2 Millionen direkt auf registrierte Covid-19 Todesfälle zurückzuführen, 3,6 bis 5,3 Millionen auf indirekte Pandemie-Folgen. Andererseits habe die Pandemie bzw. die Pandemie-Maßnahmen auch Todesfälle verhindert, beispielsweise gab es deutlich weniger Grippefälle.

In der Gesamtschau zeigten die Ergebnisse deutlich, dass sich die Länder künftig besser auf eine mögliche Pandemie vorbereiten müssten, resümiert das Team.

Positiver Effekt der Impfungen ab 2021

Von der Pandemie betroffen waren vor allem ältere Personen: Rund 60 Prozent der PYLL entfielen auf Menschen über 80 Jahre, 30 Prozent auf die 65- bis 80-Jährigen. Eine gezielte Impfstrategie für Senioren war demnach besonders zielführend.

Der positive Effekt der 2021 eingeführten Impfstoffe war den Ergebnissen zufolge ebenfalls deutlich: Ab 2021 hat die Zahl der verlorenen Lebensjahre wieder abgenommen. Andererseits nehmen 2021 die indirekt durch die Pandemie ausgelösten PYLL in vielen Ländern weiter zu. „Ein Anstieg insbesondere von PYLL, die eher nicht direkt Covid-19-assoziiert sind, ist nach Impfeinführungen natürlich sehr gut möglich, da ein Teil der durch Pandemiemaßnahmen verursachten Versorgungseffekte erst mit Verzögerung auftreten“, ordnet Dr. Berit Lange vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung gegenüber dem „Science Media Center“ ein.

Im Ländervergleich schnitten Länder mit höherer Impfquote und höherem Bruttoinlandsprodukt besser ab, insgesamt zeigten sich in den Ländern deutliche Unterschiede zwischen rund 20 und 109 PYLL pro 1000 Einwohner. Die Strenge der Pandemie-Maßnahmen zeigte sich als Einflussfaktor allerdings nicht: Am wenigsten Lebensjahre pro 1000 Einwohner verloren Schweden mit 19,6 (wo vor allem auf die Eigenverantwortung der Bevölkerung gesetzt wurde), Dänemark und die Schweiz, am meisten Estland (108,9), Polen (108,0) und Spanien (100,3; mit sehr strengen Maßnahmen wie einer landesweiten Ausgangssperre). Deutschland und Österreich lagen im Mittelfeld.

Quelle: doi 10.1371/journal.pmed.1004541

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